Lügen können vorkommen
Sicherlich erinnern Sie sich noch an die Geschichte von Pinocchio. Die hölzerne Puppe, die zum Leben erwachte und ein richtiger Junge werden wollte. Allerdings nimmt sie es mit der Wahrheit nicht immer so genau. Bis Pinocchio es mit der Fee zu tun bekommt. Sie weiß, dass Lügen leicht erkannt werden können, entweder an den kurzen Beinen oder der langen Nase.
In der Ausbildung und auch später im Berufsleben ist es keine gute Idee, die Unwahrheit zu sagen, denn meist wird dadurch alles nur noch schlimmer. Als Ausbilderin oder Ausbilder werden Sie das allerdings immer wieder erleben und kaum vermeiden können.
Natürlich ist es der Idealfall, wenn Auszubildende immer die Wahrheit sagen. Es kann jedoch auch bei dem besten Vertrauensverhältnis vorkommen, dass Auszubildende manchmal nicht ganz ehrlich sind. Je besser das Verhältnis zu Ihren Schützlingen ist, desto schneller werden Sie bemerken, wenn etwas nicht stimmt. Dann müssen Sie entscheiden, wie Sie mit der Situation umgehen.
Suchen Sie nach den Gründen, warum Azubis lügen
Selbst wenn es Ihnen in diesem Moment schwerfallen mag, betrachten Sie die Situation sachlich und nehmen Sie den Schwindel nicht zu persönlich. Zunächst gilt es in einem Gespräch unter vier Augen herauszufinden, warum der oder die Auszubildende nicht die Wahrheit sagt.
Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein.
- Angst, beispielsweise den Ausbildungsplatz zu verlieren.
- Den Konsequenzen einer Handlung oder eines Fehlers zu entgehen.
- Eine Situation für sich bequemer zu machen oder sich einen Vorteil zu verschaffen.
- Rücksichtnahme auf die Gefühle anderer oder um soziale Beziehungen zu festigen.
- Andere Menschen beeindrucken.
Wie Sie auf die Schwindelei reagieren können
Zunächst sollten Sie im persönlichen Gespräch mit den Auszubildenden deutlich machen, dass die Flunkerei aufgeflogen ist, und gemeinsam nach den Ursachen suchen.
Suchen Sie gemeinsam nach Fehlerquellen, nicht nach Schuldigen. Aus Fehlern kann man lernen, damit diese beim nächsten Mal vermieden werden können. So hat die Sache letztlich auch etwas Positives.
Wichtig ist, dass Sie klare Regeln vereinbaren und festlegen, wie diese überwacht werden. Machen Sie deutlich, welche Konsequenzen es hat, wenn die Regeln nicht eingehalten werden.
Als Ausbilderin oder Ausbilder können Sie, wenn Sie die Gründe für die Unehrlichkeit herausfinden, auch einiges lernen. Die Gründe, die Ihnen die Auszubildenden nennen, sind (richtig interpretiert) nämlich meist eine unverhohlene Rückmeldung zu Ihrem Führungsstil.
Ob Sie es als Ausbilderin oder Ausbilder mit der Wahrheit genau nehmen oder nicht, ist die Orientierung für Ihre Auszubildenden. Wenn Sie es den Azubis einfach machen, die Wahrheit zu sagen, werden sie es tun.
Woran können Sie erkennen, dass Azubis lügen?
Die Auszubildenden vermeiden Augenkontakt
Aus schlechtem Gewissen heraus kann es vorkommen, dass Auszubildende es nicht schaffen, Ihnen in die Augen zu schauen. Sie sollten jedoch ebenso vorsichtig sein, wenn Ihr Gegenüber Sie starr und anhaltend anblickt, um damit demonstrativ zu zeigen, dass es nichts zu verbergen hat.
Die Auszubildenden versuchen Zeit zu gewinnen
Wenn Sie keine direkte Antwort auf Ihre Frage erhalten, kann das ein Anzeichen dafür sein, dass der Auszubildende nicht die Wahrheit sagt. Wenn er oder sie also ganz langsam antwortet oder Ihre Frage erst einmal wiederholt (oder Sie die Frage wiederholen lässt), sollten Sie genauer hinhören.
Die Auszubildenden bleiben im Gespräch komplett emotionslos
Wenn uns ein Thema emotional berührt, ist einiges an Training nötig, um professionell zu bleiben. Dennoch verraten wir uns manchmal durch unsere Sprechgeschwindigkeit, unsere Tonlage oder unsere Körperhaltung. Zeigen Auszubildende keine Regung und stehen womöglich noch mit gesenktem Kopf oder verschränkten Armen vor Ihnen, kann das ein Hinweis sein, dass etwas nicht stimmt.
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