Was Sie tun können, wenn Azubis Sie anlügen

Was Sie tun können, wenn Azubis Sie anlügen

Sicherlich können Sie sich noch an die Geschichte von Pinocchio erinnern, oder? Die hölzerne Puppe, die zum Leben erwachte und ein richtiger Junge werden will. Die es aber mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt. Bis Pinocchio es mit der Fee zu tun bekommt, denn diese weiß, dass Lügen leicht erkannt werden können; entweder an den kurzen Beinen oder an der langen Nase.

Die Unwahrheit zu sagen, ist weder in der Ausbildung, noch danach eine gute Idee, denn meist wird dadurch alles nur noch schlimmer. Allerdings werden Sie als Ausbilderin oder Ausbilder genau das immer wieder erleben und kaum vermeiden können.

Natürlich ist es der Idealfall, dass Auszubildende immer die Wahrheit sagen. Es kann (und wird!) jedoch auch bei dem besten Vertrauensverhältnis vorkommen, dass Azubis manchmal nicht ganz ehrlich sind. Je besser das Verhältnis zu Ihren Schützlingen ist, umso schneller werden Sie bemerken, dass etwas nicht stimmt. Dann müssen Sie entscheiden, wie Sie mit der Situation umgehen.

Suchen Sie nach den Gründen, warum Azubis Sie anlügen

Selbst wenn es Ihnen in dem Moment schwerfallen mag, betrachten Sie die Situation sachlich und nehmen Sie den Schwindel nicht zu persönlich. Zunächst gilt es in einem Gespräch unter vier Augen herauszufinden, warum die oder der Auszubildende nicht die Wahrheit sagt.

Die Gründe, warum Azubis flunkern, können ganz unterschiedlich sein:

  • aus Angst – zum Beispiel aus Angst den Ausbildungsplatz zu verlieren
  • um den Konsequenzen einer Handlung oder eines Fehlers zu entgehen
  • um eine Situation für sich bequemer zu machen oder sich einen Vorteil zu verschaffen
  • aus Rücksichtnahme vor den Gefühlen anderer oder um soziale Beziehungen zu festigen
  • um andere Menschen zu beeindrucken

Meist gewichten wir die Lügen mit denen wir es zu tun haben unterschiedlich. Wenn Auszubildende sich zum Beispiel bei Ihnen krankmelden, um den Tag mit den Freunden am Badesee  zu verbringen, werden Sie das womöglich anders einordnen, als bei einer 10-minütigen Verspätung und der Entschuldigung „Ich stand im Stau“.

Wie Sie auf die Schwindelei reagieren können

Zunächst sollten Sie im persönlichen Gespräch mit dem oder der Auszubildenden klar erkennen lassen, dass die Flunkerei aufgeflogen ist und auf Ursachenforschung gehen.

Suchen Sie gemeinsam nach Fehlerquellen und nicht danach, wer genau an was die Schuld trägt. Aus Fehler kann man lernen, damit diese beim nächsten Mal vermieden werden können. So hat die Sache letztlich auch etwas Positives.

Wichtig ist dabei, dass Sie klare Regeln vereinbaren und festlegen wie die Regeln überwacht werden. Machen Sie deutlich, welche Konsequenzen es hat, wenn die Regeln nicht eingehalten werden.

Als Ausbilderin oder Ausbilder können Sie, wenn Sie die Motivation für die Unehrlichkeit herausfinden auch einiges lernen, denn die Gründe die Ihnen der oder die Auszubildende nennt sind (richtig interpretiert) meist ist eine unverhohlene Rückmeldung zu Ihrem Führungsstil.

Ob Sie es als Ausbilderin oder Ausbilder mit der Wahrheit genau nehmen oder nicht, ist die Orientierung für Ihre Auszubildenden. Wenn Sie es den Azubis einfach machen die Wahrheit zu sagen, werden sie es tun.

Woran können Sie erkennen, dass Azubis nicht die Wahrheit sagen?

Die Auszubildenden vermeiden Augenkontakt

Aus schlechtem Gewissen, kann es gut sein, dass der oder die Auszubildende es nicht schafft, Ihnen in die Augen zu schauen. Jedoch sollten Sie ebenso Vorsicht walten lassen, wenn Ihr Gegenüber Sie starr und anhaltend anblickt, um damit demonstrativ zu zeigen nichts zu verbergen.

Die Auszubildenden versuchen Zeit zu gewinnen

Wenn Sie keine direkte Antwort auf Ihre Frage erhalten, kann das ein Indiz sein, dass Auszubildende nicht die Wahrheit sagen. Wenn er oder sie also ganz langsam antwortet oder erst einmal Ihre Frage wiederholt (oder auch Sie die Frage wiederholen lässt), sollten Sie genauer hinhören.

Die Auszubildenden bleiben im Gespräch komplett emotionslos

Wenn uns ein Thema emotional berührt, braucht es einiges Training um professionell zu bleiben. Dennoch verraten uns manchmal unsere Sprechgeschwindigkeit, die Tonlage oder auch unsere Körperhaltung. Wenn Auszubildende keine Regung zeigen und womöglich noch mit gesenktem Kopf oder verschränkten Armen vor Ihnen stehen, kann das ein Hinweis sein, dass etwas nicht stimmt.

Bild von Ausbildungsbeauftragten im Praxisseminar
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