Was ist eine Ausbildereignungsprüfung?

Die Ausbildereignungsprüfung ist eine Prüfung, in der künftige Ausbilder ihre berufs- und arbeitspädagogische Eignung nachweisen und damit den Anforderungen des § 30 BBiG gerecht werden. Sie umfasst einen schriftlichen und einen praktischen Prüfungsteil.

Die schriftliche Prüfung besteht aus Aufgaben im Multiple-Choice-Verfahren, wobei alle richtigen Antworten vom Prüfungsteilnehmer erkannt und angekreuzt werden müssen. Eine Antwort kann also nur richtig oder falsch sein. Das macht die Bewertung eindeutig.

Die Prüfung wird nach dem 100-Punkte-Schema der Industrie- und Handelskammern bewertet. Um die schriftliche Prüfung zu bestehen, müssen mindestens 50 Punkte erreicht werden. Das entspricht der Hälfte der Aufgaben. Alle Aufgaben sind gleich gewichtet, Teilpunkte werden nicht vergeben. Als Zeitvorgabe sind 180 Minuten angesetzt.

Der praktische Prüfungsteil der Ausbildereignungsprüfung

Der praktische Prüfungsteil der Ausbildereignungsprüfung ist etwas umfassender. Wie er ablaufen soll, erfahren wir in § 4 (3) AEVO:

„Der praktische Teil der Prüfung besteht aus der Präsentation einer Ausbildungssituation und einem Fachgespräch mit einer Dauer von insgesamt höchstens 30 Minuten. Hierfür wählt der Prüfungsteilnehmer eine berufstypische Ausbildungssituation aus. Die Präsentation soll 15 Minuten nicht überschreiten. Die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation sind im Fachgespräch zu erläutern. Anstelle der Präsentation kann eine Ausbildungssituation auch praktisch durchgeführt werden.“

Die praktische Prüfung hat somit eine Gesamtprüfungsdauer von 30 Minuten. Sie ist immer aufgeteilt in entweder eine Präsentation oder eine praktische Durchführung (maximal 15 Minuten) und ein anschließendes Fachgespräch (ebenfalls 15 Minuten).

In der praktischen Durchführung wird mit einem Auszubildenden eine Ausbildungseinheit von Anfang bis Ende vorgeführt. Die Präsentation betrifft hingegen die Gestaltung einer Ausbildungseinheit, Sie zeigen also, wie Sie eine Ausbildungseinheit mit einem Auszubildenden praktisch durchführen würden.

Eine Ausbildungseinheit stellt dabei einen in sich geschlossenen, didaktisch gestalteten Ausbildungsabschnitt dar. Dieser setzt sich zusammen aus Planen, Durchführen und Kontrollieren.

Die IHK-Bezirke haben bei den Prüfungsmodalitäten des praktischen Teils die Entscheidungshoheit. Während der schriftliche Prüfungsteil überall identisch ist, führt genau diese Freiheit dazu, dass sich die praktischen Prüfungen von Kammer zu Kammer unterscheiden, weshalb ihr Ablauf nicht komplett verallgemeinert werden kann. Eine erste Orientierung gibt jedoch immer die AEVO, die festlegt, was Bestandteil der Prüfung ist.

Tipp: Holen Sie bei der Anmeldung zur Prüfung auch gleich Informationen zum Prüfungsverlauf ein. Sie können dafür die Internetseite der jeweiligen IHK besuchen. Dort sind im Bereich Weiterbildung Informationen zu den Prüfungen angegeben.

Wenn Sie nicht die für Sie passenden Informationen finden oder noch weitere Fragen haben, können Sie auch beim Prüfungssachbearbeiter der zuständigen Stelle die fehlenden Informationen erfragen.

Bei manchen Kammern müssen Sie für eine praktische Durchführung selbst einen Auszubildenden mitbringen. Bei anderen prüfenden Stellen bekommen Sie einen Auszubildenden gestellt, mit dem Sie die Ausbildungseinheit durchführen werden.

Im letzteren Falle ist zu beachten, dass der Auszubildende nicht zwangsläufig in dem Ausbildungsberuf tätig ist, in dem Sie selbst ausbilden werden. An diese Prüfungsbedingungen sollten Sie sich dann entsprechend anpassen und darauf eingehen, etwa durch die Auswahl eines Themas, für das keine Vorkenntnisse erforderlich sind.

Wer darf wann ausbilden?

Das Berufsbildungsgesetz sieht hier ganz klare Regelungen vor.

Es schreibt eine persönliche und eine fachliche Eignung von Ausbilderinnen und Ausbildern vor. Bei der persönlichen Eignung führt das BBiG an, wer nicht persönlich geeignet ist. Dabei handelt es sich um Personen die entweder Kinder und Jugendliche nicht beschäftigen dürfen oder wiederholt oder schwer gegen das BBiG verstoßen haben.

Grundsätzlich drückt die persönliche Eignung also aus, ob die Ausbilderin oder der Ausbilder über eine „weiße Weste“ verfügt.
Fachlich geeignet ist, wer die beruflichen sowie die berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, die für die Vermittlung der Ausbildungsinhalte erforderlich sind. Genauer gesagt muss die Ausbilderin oder der Ausbilder über eine einschlägige Abschlussprüfung im ausbildenden Berufsfeld verfügen und eine angemessene Zeit im Beruf praktisch tätig gewesen sein.

Die geforderten berufs- und arbeitspädagogischen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse werden durch das erfolgreiche Ablegen der AEVO-Prüfung nachgewiesen. Somit wird die bestandene Ausbildereignungsprüfung der fachlichen Eignung eines Ausbilders zugerechnet.

Welche Regelungen gelten, damit Unternehmen ausbilden dürfen?

Um ausbilden zu dürfen, müssen jedoch einige Voraussetzungen beachtet werden.

Bild von Ausbilder mit Azubi mit Flex

photodune.net ©Ikonoklast_Fotografie

Zunächst muss der Betrieb in Art und Einrichtung dafür geeignet sein ausbilden zu können. Zum einen muss er über die entsprechenden Maschinen und Arbeitsmittel verfügen und zum anderen auch die organisatorischen Voraussetzungen für eine Ausbildung erfüllen.

Es muss also jemanden im Ihrem Unternehmen geben, der als Ausbilder geeignet ist und über die notwendigen Qualifikationen verfügt. Der Ausbilder muss aber nicht unbedingt auch der Betriebsinhaber sein.

Konkret nehmen Sie zuerst Kontakt mit Ihrer zuständigen IHK auf. Dort prüft man gemeinsam mit Ihnen welche Ausbildungsberufe für Ihr Unternehmen in Frage kommen und wer die Funktion als Ausbilder übernehmen kann.

Als Ausbildungsbetrieb sollten Sie alle Teile der Ausbildung selbst vermitteln können. Ist das nicht möglich, heißt das nicht, dass Ihr Unternehmen als Ausbildungsbetrieb ausscheidet. In diesem Fall kann eine überbetriebliche Ausbildung oder eine Ausbildung im Verbund vereinbart werden. Es werden dann die relevanten Bestandteile der Ausbildung in einem anderen Unternehmen oder einer Einrichtung vermittelt.

Natürlich braucht der Auszubildende auch einen Arbeitsplatz. Werkzeuge oder andere Ausbildungsmittel müssen Sie als Ausbildungsbetrieb dem Auszubildenden zur Verfügung stellen. Diese Kosten kommen, neben der monatlichen Ausbildungsvergütung, ebenfalls auf Sie zu und müssen bei der Planung berücksichtigt werden. Allerdings dürfen Sie auch nicht vergessen, dass der Auszubildende mit seiner Arbeitsleistung auch zum Unternehmenserfolg beiträgt.

Abbildung Online Kurs Ausbildereignungsprüfung

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