Wie läuft die AEVO Prüfung ab?

Die bestandene AEVO-Prüfung ist der Nachweis Ihrer fachlichen Eignung als Ausbilder. Sie besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Prüfungsteil. Als bestanden gilt die Prüfung, wenn jeder der beiden Prüfungsteile mit mindestens 50 Punkten absolviert wurde. Ein nicht bestandener Prüfungsteil kann zweimal wiederholt werden.

Die berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten liegen dann vor, wenn der Nachweis der selbstständigen Planung, Durchführung und Kontrolle von Ausbildungssituationen erbracht wurde.

Die schriftliche AEVO-Prüfung

In der schriftlichen AEVO-Prüfung erwarten Sie programmierte Aufgaben im Multiple-Choice-Verfahren, die Ihr Fachwissen überprüfen sollen. Zu jeder Frage werden mehrere Lösungsmöglichkeiten vorgegeben, von denen mindestens eine Lösung richtig ist. Bei mehreren richtigen Lösungen ist deren Anzahl angegeben. Eine Aufgabe wird dabei allerdings nur als korrekt gewertet, wenn alle richtigen Antwortmöglichkeiten von Ihnen erkannt und angekreuzt wurden. Es werden keine Teilpunkte vergeben.

Zur Bearbeitung der Aufgaben, haben Sie 180 Minuten Zeit. Die Fragen der schriftlichen Prüfung kommen aus allen vier Handlungsfeldern der AEVO

  • Handlungsfeld 1 der AEVO: Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und planen
  • Handlungsfeld 2 der AEVO: Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken
  • Handlungsfeld 3 der AEVO: Ausbildung durchführen
  • Handlungsfeld 4 der AEVO: Ausbildung abschließen.

Dabei gilt folgende Strukturierung:
Bild des Schlüssels zur Punktevergabe in der Ausbildereignungsprüfung

Zum Bestehen des schriftlichen Prüfungsteils, müssen Sie mindestens 50 von 100 Punkten erreichen. Dies entspricht der Note „ausreichend“.

Sollten Sie bereits eine IHK-Fachwirte-Prüfung erfolgreich absolviert haben, können Sie sich auf Antrag vom schriftlichen Teil der AEVO-Prüfung befreien lassen. Mit der Anmeldung zur AEVO-Prüfung, muss in diesem Fall eine Kopie Ihres Fachwirte-Zeugnisses als Nachweis mit eingereicht werden. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen unseren Online-Vorbereitungskurs, der speziell für Fachwirte konzipiert wurde, die vom schriftlichen Teil der AEVO-Prüfung befreit sind. Dieser Kurs baut auf Ihr Vorwissen auf und bereitet Sie gezielt auf den praktischen Prüfungsteil vor.

Die praktische AEVO-Prüfung

Der praktische Teil der AEVO-Prüfung dauert insgesamt höchstens 30 Minuten. Es kann zwischen der Durchführung einer Ausbildungssituation oder der Präsentation einer Ausbildungssituation gewählt werden. Sie können im praktischen Prüfungsteil also zwischen zwei Alternativen wählen. Eine praktische Durchführung bedeutet, dass der angehende Ausbilder in einem Rollenspiel eine Ausbildungseinheit durchführt. In der Präsentation hingegen wird mit Hilfe von verschiedenen Medien, die Gestaltung einer Ausbildungseinheit vorgetragen.

Bild eines Ausbilders mit zwei Azubis

photodune © Phovoir

In beiden Fällen müssen Sie ein ausbildungsrelevantes Thema wählen. Die Dauer der Präsentation bzw. der praktischen Durchführung darf maximal 15 Minuten betragen.

Ebenso dürfen Sie die Ausbildungsmethode für Ihre AEVO-Prüfung frei wählen. Die entscheidende Frage hier lautet: Welche Ausbildungsmethode zu wählen ist sinnvoll?
Die gewählte Methode muss nämlich zum Lernziel passen und bei der Auswahl des Themas ist darauf zu achten, dass Sie es auch in 15 Minuten umsetzen können.

Schwerpunktmäßig sollten Sie sich vor allem bei der Auswahl des Themas für Ihre praktische Durchführung mit den Inhalten des Handlungsfelds 3 „Ausbildung durchführen“ beschäftigen. Diese Inhalte werden im Fachgespräch, welches im Anschluss an die Präsentation oder die praktische Durchführung stattfindet, vom Prüfungsausschuss in den konkreten Handlungsrahmen gesetzt und hinterfragt.

Fachgespräch der AEVO-Prüfung

Ebenso ein Teil der praktischen AEVO-Prüfung ist das sogenannte Fachgespräch. In diesen 15 Minuten erläutern und begründen Sie die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation, die Sie zuvor gezeigt haben.

Sie sollen damit unter Beweis stellen, dass Sie die berufs- und arbeitspädagogische Kompetenz in der Praxis anwenden können und in der Lage sind, der Aufgabenstellung entsprechende Ausbildungsmethoden und -mittel einzusetzen.

Bild eines Prüfungsausschusses in der Ausbildereignungsprüfung

photodune.net ©baranq

Die Gesprächsanteile zwischen Prüfer und Prüfungsteilnehmer sollen im Fachgespräch gleichwertig oder zugunsten des Prüfungsteilnehmers höher liegen.

Übrigens findet vor Beginn Ihrer praktischen AEVO-Prüfung eine Identitätsprüfung statt, bei der Sie Ihren Ausweis vorlegen müssen. Weiterhin werden Sie gefragt, ob Sie sich gesundheitlich in der Lage fühlen, die Prüfung durchzuführen und ob Sie mit den anwesenden Prüfern einverstanden sind. Hier können Sie als Prüfungsteilnehmer Ihre Bedenken hinsichtlich einer Befangenheit eines der Prüfer äußern. Damit die Prüfung beginnen kann, müssen Sie noch Ihr Smartphone beziehungsweise sämtliche elektronischen Geräte, die eine Aufzeichnungsfunktion haben ausschalten.

Zu beachten ist, dass einige Kammern für die praktische Durchführung einer Ausbildungssituation einen „Auszubildenden“ zur Verfügung stellen oder ein Mitglied des Prüfungsausschusses diese Rolle übernimmt. Bei anderen Kammern kann es sein, dass Sie einen Auszubildenden oder einen anderen Partner für Ihre AEVO-Prüfung selbst mitbringen müssen.

Gerade wenn Sie Ihren Partner erst in Ihrer AEVO-Prüfung kennenlernen und somit vorher keine Gelegenheit zum gemeinsamen Üben haben, sollten Sie unbedingt ein leicht verständliches Thema wählen und darauf achten, dass dafür keine umfangreichen Vorkenntnisse erforderlich sind. Vergleichsweise einfache Themen aus dem ersten Ausbildungsjahr sind dafür meist gut geeignet.

Bild zwei Ausbilder vor Computer bei AEVO-Prüfung

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Mehr als 100 topaktuelle und an die Originalprüfungen der IHK angelehnte Übungsaufgaben aus allen vier Handlungsfeldern der AEVO.

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