Was ist eine AEVO-Prüfung?

Unternehmen, die Auszubildende beschäftigen möchten, müssen einige Voraussetzungen beachten und brauchen mindestens einen verantwortlichen Ausbilder. Der Ausbilder muss aber nicht unbedingt auch der Betriebsinhaber sein. Sowohl an Ausbildungsbetriebe als auch an Ausbilder werden dabei einige Anforderungen gestellt. Ausbilder müssen fachlich und persönlich zur Ausbildung geeignet sein.

Das Ablegen einer schriftlichen und praktischen Prüfung nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) ist der Nachweis Ihrer fachlichen Eignung als Ausbilder. Dies wird oft auch als Ausbildung der Ausbilder (AdA) bezeichnet. Die Bezeichnungen AEVO und AdA, werden dabei meist austauschbar verwendet und meinen dasselbe: Die Vorbereitung künftiger Ausbilder auf Ihre Aufgabe und die Prüfung vor den Industrie- und Handelskammern bzw. Handwerkskammern.

Grundlage dafür ist § 30 (5) BBiG, in dem es heißt:

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung kann nach Anhörung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, bestimmen, dass der Erwerb berufs- und arbeitspädagogischer Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten gesondert nachzuweisen ist. Dabei können Inhalt, Umfang und Abschluss der Maßnahmen für den Nachweis geregelt werden.

Dieser Regelung, wurde mit der seit 2009 gültigen Ausbildereignungsverordnung entsprochen.

Die AEVO-Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Prüfungsteil. In der schriftlichen Prüfung sind circa 70 Aufgaben im Multiple-Choice-Verfahren zu lösen. Eine Aufgabe wird dabei allerdings nur als richtig gewertet, wenn alle richtigen Antwortmöglichkeiten von Ihnen erkannt und angekreuzt wurden.

Die Prüfung wird nach dem 100-Punkte-Schema der IHK´s bewertet. Um die schriftliche Prüfung zu bestehen müssen mindestens 50 Punkte erreicht werden. Das entspricht der Hälfte der Aufgaben. Als Zeitvorgabe sind 180 Minuten angesetzt.

Im praktischen Prüfungsteil der AEVO-Prüfung, sind zwei Alternativen vorgesehen. Es kann zwischen der Durchführung einer Ausbildungssituation oder der Präsentation einer Ausbildungssituation gewählt werden. Im Anschluss an die Durchführung bzw. die Präsentation findet ein Fachgespräch statt. Für die Durchführung oder Präsentation der Ausbildungssituation stehen 15 Minuten zur Verfügung. Das anschließende Fachgespräch ist dann ebenfalls für nochmal 15 Minuten angesetzt. Auch im praktischen Prüfungsteil, müssen von Ihnen ebenfalls 50 Punkte erreicht werden.

Als Bestanden gilt die AEVO-Prüfung also, wenn jeder der beiden Prüfungsteile mit mindestens 50 Punkten absolviert wurde. Ein nicht bestandener Prüfungsteil kann zweimal wiederholt werden.

Wer in einem anerkannten Ausbildungsberuf ausbilden will, muss also eine AEVO-Prüfung ablegen. Ausgenommen davon sind, die sogenannten freien Berufe wie zum Beispiel Architekten, Steuerberater oder Krankengymnasten. Wer also in diesen Berufen arbeitet und ausbilden will, braucht keine Berechtigung nach der AEVO.

Ausbildender, Ausbilder und Ausbildungsbeauftragter – Wer macht was?

Betriebe die ausbilden möchten, müssen ihrer Art und Einrichtung dafür geeignet sein. Ausbildungsbetriebe sollten daher alle Teile der Ausbildung selbst vermitteln können. Ist das nicht möglich, heißt das nicht, dass Unternehmen als Ausbildungsbetrieb ausscheiden. In diesem Fall können eine überbetriebliche Ausbildung oder eine Ausbildung im Verbund vereinbart werden. Es werden dann die relevanten Bestandteile der Ausbildung in einem anderen Unternehmen oder einer Einrichtung vermittelt. Außerdem braucht der Auszubildende auch einen Arbeitsplatz. Werkzeuge oder andere Ausbildungsmittel müssen Ausbildungsbetriebe dem Auszubildenden zur Verfügung stellen.

Der Ausbildende stellt den Auszubildenden zur Berufsausbildung an. Somit ist der Ausbildende das Unternehmen beziehungsweise ein Vertreter des Unternehmens. Der Ausbildende ist der Vertragspartner des Auszubildenden. Er stellt den Auszubildenden ein und trägt damit die Verantwortung für eine ordnungsgemäße Berufsausbildung. Ausbildende müssen persönlich geeignet sein. Die fachliche Eignung benötigen Ausbildende nur, wenn sie auch persönlich ausbilden.

In der Regel wird jedoch vom Ausbildenden ein Ausbilder bestellt, der die Ausbildung im Unternehmen umsetzen soll. Der Ausbilder ist die Person, die den Auszubildenden die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt, die zur Erlangung der beruflichen Handlungsfähigkeit notwendig. Der Ausbilder muss persönlich und fachlich geeignet sein um ausbilden zu dürfen.

Ausbildungsbeauftragte sind Fachkräfte im Unternehmen, die vom Ausbilder eingesetzt werden, um die Auszubildenden in den Fachabteilungen zu betreuen. Ausbildungsbeauftragte benötigen für Ihre Aufgabe lediglich die persönliche Eignung. Die fachliche Eignung müssen Ausbildungsbeauftragte nicht nachweisen können. Eine ausbildende Fachkraft sollte jedoch in dem Themengebiet, welches er dem Auszubildenden vermittelt, über ausreichend fachliche Kenntnisse verfügen und mit den Inhalten vertraut sein, sowie einige Grundbegriffe der Methodik und Didaktik kennen, sowie gut auf die Aufgabe vorbereitet werden.

Wann darf ich an der AEVO-Prüfung teilnehmen?

Seitdem 2009 die AEVO überarbeitet wurde, haben sich auch die Zulassungsvoraussetzungen für die AEVO-Prüfung geändert, sodass im Moment keine gesonderten Voraussetzungen mehr gelten. Sie müssen also auch keine formalen Voraussetzungen erfüllen und es muss auch keine abgeschlossene Prüfung nachgewiesen werden.

Was lerne ich im Vorbereitungslehrgang auf die AEVO-Prüfung?

Die AEVO schreibt nirgends vor, dass Sie überhaupt einen Lehrgang besuchen müssen. Sie können selbst wählen, wie Sie Sie sich auf die Prüfung gem. AEVO vorbereiten möchten und müssen nicht an einem IHK-Seminar teilnehmen, bevor Sie zur Prüfung zugelassen werden. Sie können Ihre Vorbereitung somit auch online machen. Vorschreiben wie Sie Ihr Ziel die Prüfung zu bestehen erreichen, kann Ihnen also niemand.
In der AEVO-Prüfung müssen Sie jedoch nachweisen, dass Sie Ausbildungssituationen selbstständig planen, durchführen und kontrollieren können.
Die Handlungsfelder, in denen Sie sich entsprechend der AEVO auskennen müssen, sind:
1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen
2. Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken
3. Ausbildung durchführen
4. Ausbildung abschließen

Die inhaltlichen Anforderungen sind dabei teilweise sehr detailliert. Deshalb empfiehlt es sich, dass Sie vor der Prüfung einen entsprechenden AEVO-Vorbereitungskurs besuchen.

Was kostet der Vorbereitungslehrgang für die AEVO-Prüfung und wer bezahlt es?

Für die Vorbereitung auf die AEVO-Prüfung gibt es verschiedene Möglichkeiten und Kurse mit denen Sie sich vorbereiten können. Präsenzveranstaltungen bei denen Sie zu festen Tagen und für eine vorgeschriebene Dauer zu den Seminaren fahren müssen, können da schon einmal bis zu 1.000 € oder mehr kosten. Weiterhin gibt es noch Fernkurse, die oft keine Ersparnis in der Zeit oder der Kursgebühr bringen, sondern lediglich in die Inhalte in Papierform zur Verfügung stellen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit sich einige Fachbücher zu kaufen und sich das komplette Wissen für die AEVO-Prüfung anlesen. Doch gerade die praktische Prüfung hat Ihre Tücken, die Sie aus Büchern nur schwer alle selbst erarbeiten können.

Zeitsparend und effektiv haben Sie die Möglichkeit sich mit einem Online-Kurs auf die AEVO-Prüfung vorzubereiten.

Die Kosten für den Vorbereitungskurs auf die AEVO-Prüfung von AEVO Online betragen nur 449 € (umsatzsteuerbefreit gem. § 4 Nr. 21 a) bb) UStG). In diesen Kosten sind alle Lehrmaterialen mit über 40 Lernvideos, sowie zahlreichen Grafiken und Texten bereits enthalten. Sie bekommen außerdem über 100 topaktuelle und an die bundeseinheitlichen Originalprüfungen der IHK angelehnte Übungsaufgaben.

Selbstständige können die Vorbereitungen auf die AEVO-Prüfung und die Prüfung als Weiterbildungskosten in vollem Umfang von der Steuer absetzen.

Wie melde ich mich zur AEVO-Prüfung an?

Die Anmeldung zur AEVO-Prüfung muss bei der IHK erfolgen, in deren Zuständigkeitsgebiet Ihr Wohn- oder fester Arbeitsort liegt.

Auf der Internetseite der jeweiligen IHK, finden Sie unter der Rubrik „Weiterbildung“ die angebotenen Termine für die AEVO-Prüfungen, sowie zusätzliche Informationen. Dort finden Sie ebenfalls entweder ein Anmeldeformular, welches Sie herunterladen, ausdrucken und ausgefüllt wieder zurücksenden müssen oder Sie haben die Möglichkeit, direkt eine Online-Anmeldung durchzuführen.

In der Regel werden von Ihnen folgende Informationen für die Anmeldung zur AEVO-Prüfung benötigt:

  • Ihr Name, die Anschrift und Kontaktdaten
  • Ihr gewünschter Prüfungstermin
  • Die Art der Prüfung – ob es sich um eine Erstprüfung oder Wiederholungsprüfung handelt
  • Eine Angabe über den besuchten Vorbereitungslehrgang
  • Falls der Arbeitgeber die Prüfungsgebühren bezahlt eine Kostenübernahmeerklärung

Bei vielen Kammern muss die Anmeldung zur Prüfung spätestens sechs Wochen vor dem Prüfungstermin erfolgen. Diese Anmeldefristen sollten Sie bei Ihrer Planung berücksichtigen. Ebenfalls kann es vorkommen, dass aufgrund der hohen Nachfrage bei einigen Industrie- und Handelskammern die AEVO-Prüfung bereits zwei bis drei Monate vorher ausgebucht ist.

Sollten Sie die für Sie zuständige Kammer nicht kennen, können Sie im IHK-Finder ganz einfach durch die Eingabe Ihrer Postleitzahl, die für Sie zuständige Industrie- und Handelskammer online ermitteln.

Was kostet die AEVO-Prüfung?

Die Kosten für die AEVO-Prüfung (ohne Vorbereitungskurs) werden von den jeweiligen Industrie- und Handelskammern in Gebührenordnungen festgelegt. Sie unterscheiden sich daher von Kammer zu Kammer und liegen überwiegend zwischen etwa 160 und 200 Euro. Besonders günstig, wird es für Sie, wenn Sie Ihre Prüfung bei der IHK Berlin ablegen können. Dort liegen die Gebühren für die AEVO-Prüfung zurzeit bei gerade einmal 90,- Euro. Bei der IHK Dortmund hingegen werden 220,- Euro, in Stuttgart oder Mannheim 200,- Euro für Ihre AEVO-Prüfung fällig (Stand 09/2018). Auch bei den Gebühren für die Wiederholungsprüfung gibt es gravierende Unterschiede.

Die exakten Prüfungsgebühren für die AEVO-Prüfung erhalten Sie auf der Webseite Ihrer zuständigen IHK oder HWK. Sie können auch die Prüfungsgebühren auch telefonisch beim zuständigen Prüfungssachbearbeiter erfragen.

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