Tipps für die AdA-Prüfung – Lernziele perfekt formulieren

Die richtige Auswahl und Formulierung der Lernziele kann darüber entscheiden, ob Sie Ihre AdA-Prüfung erfolgreich bestehen oder nicht. Ihr ganz großer Vorteil liegt darin, dass Sie für Ihre AdA-Prüfung das Thema und das Lernziel selbst bestimmen dürfen. Diese Chance sollten Sie auf jeden Fall clever für sich nutzen.

Die Ausbildungsordnung stellt die Grundlage der betrieblichen Ausbildung dar. Sie ist bundeseinheitlich und schafft somit für alle Ausbildungsberufe eine Vergleichbarkeit. Damit lernt ein Auszubildender in einem Ausbildungsberuf in München dieselben Ausbildungsinhalte wie ein Auszubildender in Hamburg.

Mit der Ausbildungsordnung soll also eine einheitliche Basis für alle anerkannten Ausbildungsberufe geschaffen werden. Ein Ausbildungsberuf ist dann anerkannt, wenn Kinder und Jugendliche darin ausgebildet werden dürfen und eine so genannte Ausbildungsordnung besteht.

Die Ausbildungsordnung der verschiedenen Ausbildungsberufe für Ihre AdA-Prüfung sind auf der Internetseite des BIBB – Bundesinstitut für berufliche Bildung abrufbar. Dort können Sie die jeweilige Ausbildungsordnung für die Ausbildungsberufe kostenfrei herunterladen.

Mindestinhalte der Ausbildung

Die Mindestinhalte der Ausbildung sind in § 5 des Berufsbildungsgesetzes geregelt.

Dementsprechend legt die Ausbildungsordnung folgende Punkte fest:

  • die Bezeichnung des anerkannten Ausbildungsberufes
  • die Ausbildungsdauer, die nicht mehr als drei und nicht weniger als zwei Jahre betragen soll
  • die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die mindestens Gegenstand der Berufsausbildung sind (Ausbildungsberufsbild)
  • eine Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Vermittlung der beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (Ausbildungsrahmenplan)
  • die Prüfungsanforderungen.

Über diese Mindestinhalte hinaus, kann die Ausbildungsordnung noch weitere Regelungen, wie zum Beispiel zur Vermittlung von Zusatzqualifikationen enthalten. Die Zusatzqualifikationen eines Ausbildungsberufes ergänzen die berufliche Handlungsfähigkeit und erweitern die im Ausbildungsberufsbild genannten beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. In der Abschlussprüfung werden die Zusatzqualifikationen gesondert geprüft und bescheinigt.

Sollten im Ausbildungsberuf Spezialisierungen möglich sein, so werden diese der Berufsbezeichnung hinzugefügt. Die Ausbildungsberufe „Fachinformatiker/in – Fachrichtung Anwendungsentwicklung“ und „Fachinformatiker/in Fachrichtung Systemintegration“ sowie „Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel – Fachrichtung Großhandel“ oder „Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel – Fachrichtung Außenhandel“ sind Beispiele dafür.

Das Ausbildungsberufsbild gibt eine grobe Orientierung, indem es die typischen „Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten“ des Berufs in zusammengefasster Form enthält. Im Wesentlichen sind darin also Stichworte aufgeführt, was die einzelnen Bereiche sind, die der Auszubildende während der beruflichen Ausbildung zu absolvieren hat. Das Ausbildungsberufsbild ist gleichzusetzen mit dem Richtlernziel des Ausbildungsrahmenplans.

Der Ausbildungsrahmenplan ist eine detaillierte Anleitung zur zeitlichen und sachlichen Gliederung der Berufsausbildung und die Grundlage der Lernziele für Ihre AdA-Prüfung.

Die sachliche Gliederung ist nach Funktionsbereichen eingeteilt und beschreibt, die Bereiche des Ausbildungsbetriebs, die die Auszubildenden kennenlernen sollten. Die Lernziele der sachlichen Gliederung sind als Soll-Zustand formuliert. Es ist dort ebenfalls definiert, welche Mindestinhalte mit der Berufsausbildung erreicht werden müssen. Diese Mindestinhalte ermöglichen eine Vergleichbarkeit der Berufsabschlüsse.

Die zeitliche Gliederung der Ausbildung ist die Aufteilung in einzelne Ausbildungsabschnitte. Es wird dabei für die gesamte Dauer der Ausbildung konkret definiert, in welchen Bereichen des Unternehmens der Auszubildende wann und in welchem zeitlichen Umfang eingesetzt werden soll. Die angegebenen zeitlichen Richtwerte, weisen dabei so genannte Bruttozeiten auf, die in tatsächliche, betrieblich zur Verfügung stehende Ausbildungszeiten (Nettozeiten) umgerechnet werden müssen. Hierfür sind die Zeiten für Berufsschulunterricht, Urlaub und Feiertage abzuziehen.

Die zeitliche Gliederung ist nach sachlogischen, sowie pädagogischen Gesichtspunkten zu ordnen und soll entsprechend dem Ausbildungsinhalt überschaubare Abschnitte vorsehen. Als überschaubar sind Abschnitte von höchstens drei Monaten definiert. Der zeitliche Richtwert spiegelt die Bedeutung wider, die diesem Inhaltsabschnitt im Vergleich zu den anderen Inhaltsabschnitten zukommt.

Innerhalb des Rahmens der zeitlichen Richtwerte kann je nach betrieblichen Gegebenheiten, eine flexible Regelung getroffen werden. Sie können somit aufgrund von individuellen Anforderungen, die Zeit angepasst an betriebsspezifische Erfordernisse reduzieren oder, wenn dieser Bereich bei Ihnen im Unternehmen besonders wichtig ist, auch ausdehnen. Wichtig dabei ist jedoch, dass Sie bei der Reduzierung beziehungsweise der Ausdehnung des Themengebiets dennoch alle Inhalte vermitteln, die im Ausbildungsrahmenplan vorgegeben sind.

Jedes Lernziel ist in vorangehende und nachfolgende Lernziele eingebettet. Die vorausgegangenen Lernerfolge sind das Fundament für die erfolgreiche Aneignung der neuen Lerninhalte, was bereits bei der Planung berücksichtigt werden sollte. Die Lerninhalte sollten somit einer hierarchischen Abstufung folgen: Von einfachen und überschaubaren Themen zu Beginn der Ausbildung, hin zu zusammengesetzten und komplexen Aufgabenstellungen im letzten Ausbildungsjahr. Die genaue Reihenfolge der Inhalte, ist Ihnen nicht immer vom Ausbildungsrahmenplan vorgeschrieben, sondern Sie können die Inhalte flexibel planen. Wichtig ist jedoch, dass Sie die relevanten Lerninhalte bis zur Zwischenprüfung bzw. Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung bei Ihnen im Unternehmen vermittelt haben.

Auch wenn beide aufeinander abgestimmt sind, so ist der Ausbildungsrahmenplan dennoch nicht mit dem Rahmenlehrplan der Berufsschulen zu verwechseln. Die Ausbildungsrahmenpläne der Ausbildungsordnungen für die Betriebe, werden jedoch mit den entsprechenden Rahmenlehrplänen für die Berufsschulen abgestimmt, damit betriebliche Berufsausbildung und Berufsschulunterricht einander ergänzen. Die Herausforderung ist dabei, dass die Berufsschule den Anforderungen verschiedener Ausbildungsbetriebe gerecht werden muss und nicht auf individuelle Gegebenheiten eingehen kann. Somit ist es sinnvoll, den betrieblichen Ausbildungsplan am Rahmenlehrplan der Berufsschule auszurichten.

Lernziele richtig definieren

Im Ausbildungsrahmenplan sind das Richtlernziel und das Groblernziel enthalten. Beide benötigen Sie als Grundlage für die Operationalisierung des Feinlernziels für Ihre AdA-Prüfung. Das Richtlernziel ist dabei identisch mit den Punkten des Ausbildungsberufsbilds der Ausbildungsordnung.

Um das zu verdeutlichen, nehmen wir einen Auszug des Ausbildungsrahmenplans für den Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau im Einzelhandel als Beispiel.

Bild eines Auszugs aus dem Ausbildungsrahmenplan zur Formulierung der Lernziele für die AdA-Prüfung

Die Schlagworte Warenpräsentation, Kundenservice und Preisbildung sind die Richtlernziele. Richtlernziele beschreiben die (Aus-) Richtung, in denen Lernen erfolgen soll. Sie bilden die übergeordnete Grundlage, an denen sich die Groblernziele orientieren und lassen dem Ausbilder daher einen großen Handlungs- und Entscheidungsspielraum. Das Richtlernziel des von Ihnen gewählten Themas, übernehmen Sie unverändert in das schriftliche Konzept für Ihre AdA-Prüfung.

Groblernziele hingegen, werden aus den Richtlernzielen entwickelt und konkretisieren diese. Es ist bereits eine Beschreibung des gewünschten Endverhaltens enthalten und darin definiert, dass der Auszubildende zu etwas Bestimmten in der Lage sein soll, wenn dieses Lernziel erreicht ist. In diesem Beispiel wäre das „Waren verkaufswirksam präsentieren, Dekorationsmittel einsetzen“. Das Endverhalten wird in diesem Fall über das Wort „präsentieren“ vermittelt. Wenn etwas „präsentiert“ wird, kann es beobachtet werden.

Ein Groblernziel, kann die Basis für mehrere Feinlernziele sein. Für Ihre AdA-Prüfung entscheiden Sie sich jedoch nur für ein Feinlernziel. Ein Feinlernziel beschreibt das genaue Verhalten, welches der Auszubildende am Ende der Ausbildungseinheit aufweisen soll, und lässt dabei keinen Interpretationsspielraum bei der Zielerreichung mehr zu.

Das Groblernziel „Waren verkaufswirksam präsentieren“ für einen Auszubildenden zum Kaufmann im Einzelhandel dient als Basis dafür, dass der Auszubildende lernt, dem Kunden ein hochpreisiges Kleid anders zum Kauf zu präsentieren, als das zum Beispiel bei einem T-Shirt der Fall ist. In der Herrenausstattung, kann auch dazugehören, wie eine Krawatte in verschiedenen Arten gebunden werden kann. Daran ist zu erkennen, wie dasselbe Groblernziel die Basis für mehrere Feinlernziele sein kann. Das Groblernziel des von Ihnen gewählten Themas, übernehmen Sie ebenfalls unverändert in das schriftliche Konzept für Ihre AdA-Prüfung.

Die Feinlernziele müssen demnach individuell durch den Ausbilder definiert werden. Sie werden aus dem Groblernziel abgeleitet und beschreiben das gewünschte (überprüfbare) Endverhalten nach erfolgreichem Lernen ganz konkret. Dieses Feinlernziel ist dann an betriebsspezifische Erfordernisse und den Auszubildenden anzupassen. Da sich die Ausbildungsordnungen nicht so schnell verändern, wie der technische Wandel fortschreitet, sind die Feinlernziele auch an die technischen Veränderungen anzupassen.

Zur Vorbereitung auf Ihre praktische AdA-Prüfung gehört es also, dass Sie sich aus der Ausbildungsordnung ein Richtlernziel und das dazugehörige Groblernziel eines Ausbildungsberufs heraussuchen.

Wie Sie die Lerninhalte didaktisch aufbereiten

Erfolgreiches Lernen erfordert es, eine dem Inhalt angepasste Lernsituation und didaktisch aufbereiteten Lernstoff bereitzustellen. Da jeder Mensch anders lernt und Gelerntes behält, ist es wichtig verschiedene Lernbereiche anzusprechen.

Als „Didaktik“ wird die Lehre über die Gestaltung des Unterrichts bezeichnet. Es geht also darum, wie die definierten Feinlernziele unter Berücksichtigung der Lernzielbereiche in der AdA-Prüfung umgesetzt werden. Bei der Umsetzung helfen die didaktischen Prinzipien.

Berücksichtigen Sie das Prinzip der Praxisnähe, indem Sie die Fälle einer Aufgabenstellung praxisnah gestalten und authentisches Material zur Durchführung verwenden. Auch in Ihrer AdA-Prüfung, sollten Sie soweit möglich die originalen Ausbildungsmittel und Werkstoffe verwenden. Indem die Inhalte der Ausbildungseinheit einen direkten Bezug zu den Anwendungsgebieten des Ausbildungsalltags aufweisen, kann der Auszubildende Ihre Information besser verarbeiten und den praktischen Nutzen erkennen.

Mit einem klaren und konkret formulierten Lernziel, folgen Sie dem didaktischen Prinzip der Zielklarheit. In der AdA-Prüfung ist ein clever ausgewähltes und solide formuliertes Feinlernziel, die Basis einer erfolgreichen Prüfung.

Mit dem didaktischen Prinzip der Verknüpfung, verbinden Sie neue Informationen mit bereits vorhandenem Wissen und holen den Auszubildenden da ab, wo er in seiner Entwicklung gerade steht. In der AdA-Prüfung, sollten Sie jedoch gerade wenn Sie den Auszubildenden bei der praktischen Durchführung einer Ausbildungseinheit nicht kennen vorsichtig sein, welches Vorwissen Sie voraussetzen.

Das Prinzip der Anschaulichkeit gibt vor, die Ausbildungseinheit einprägsam zu gestalten und Medien zur Visualisierung oder Anschauungsmodelle zielführend einzusetzen. Ein fehlender oder unzureichender Medieneinsatz ist einer der häufigsten Fehler in der praktischen AdA-Prüfung.

Durch das didaktische Prinzip der Aktivität, beziehen Sie den Auszubildenden aktiv in die Ausbildungseinheit mit ein. Auch in Ihrer AdA-Prüfung, sollten Sie darauf achten, den Auszubildenden in die Abläufe einzubinden.

Das Prinzip der Entwicklungsmäßigkeit erinnert Sie daran, den Entwicklungsstand des Auszubildenden zu berücksichtigen. Um ihn nicht durch das Scheitern an einer Aufgabenstellung zu frustrieren, sollten Sie eine Überforderung vermeiden. Um zugleich keinen Frust oder Langeweile aufkommen zu lassen, sollten Sie zugleich darauf achten, den Auszubildenden nicht zu unterfordern.

Als Ausbilder müssen Sie sicherstellen, dass das was Sie vermittelt haben, auch vom Auszubildenden verstanden wurde und von ihm in der Praxis umsetzbar ist.

Durch das didaktische Prinzip der Erfolgssicherung generieren Sie Übungsmöglichkeiten, nachdem eine Lernerfolgskontrolle stattgefunden hat. Eine Lernerfolgskontrolle und die Anweisung zum Üben, sind ebenfalls für Ihre AdA-Prüfung relevant.

Die Lernzieltaxonomie beschreibt die Rangfolge, wie die Lernziele am besten vermittelt werden. Die Lernziele sollten dabei vom Leichten zum Schweren, vom Allgemeinen zum Speziellen hin organisiert werden. Die Lernzieltaxonomie steht in enger Verbindung zu den didaktischen Prinzipien und hier besonders zum Prinzip der Entwicklungsmäßigkeit. Bei der Vermittlung neuer Lerninhalte, soll also an bereits Bekanntes angeknüpft werden und der Schwierigkeitsgrad der Lernziele mit der Ausbildungsdauer steigen.

Um diese Anforderungen in der AdA-Prüfung und im Ausbildungsalltag umzusetzen, stehen dem Ausbilder mehrere Ausbildungsmethoden zur Verfügung.

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