Wie Sie als Ausbilder mit Kritik des Azubis umgehen

Wie Sie als Ausbilder mit Kritik des Azubis umgehen

Im Ausbildungsalltag kann es schon einmal vorkommen, dass Auszubildende nicht mit dem einverstanden sind, was Sie als Ausbilder anweisen oder entscheiden. So kann es durchaus sein, dass Sie von Ihren Auszubildenden kritisiert werden. Wenn Sie als Ausbilder die Kritik des Auszubildenden ernst nehmen und angemessen auf die Situation reagieren, ist das eine gute Möglichkeit das Verhältnis zum Auszubildenden zu verbessern.

Zunächst ist es jedoch wichtig zu unterscheiden, ob es sich tatsächlich um gerechtfertigte Kritik handelt oder nur eine unangemessene Äußerung des Auszubildenden ist, weil er zum Beispiel eine Ihrer Anweisungen nicht ausführen will.

Lassen Sie daher den Auszubildenden zuerst vollständig ausreden und ihn sein Anliegen äußern. Nur wenn Sie ihn bis zum Ende sprechen lassen, erfahren Sie alle Einzelheiten was er Ihnen zu sagen hat. So können Sie unterscheiden, ob es sich um eine Kritik handelt oder schlicht eine freche Äußerung des Auszubildenden ist.

Kritische Anmerkungen unterscheiden sich von Frechheiten bereits in der Länge. Unangemessene Äußerungen des Auszubildenden sind meist sehr kurz und ohne jeden Praxisbezug. Darauf sollten Sie direkt reagieren. Machen Sie dem Auszubildenden gegenüber deutlich, dass Sie sein unangemessenes Verhalten bemerkt haben, nicht mit diesem übereinstimmen und auch nicht dulden werden.

Wenn es sich hingegen um Kritik des Auszubildenden handelt, sollten Sie dieser Raum geben, damit der Auszubildende sich von Ihnen gehört fühlt. Falls Sie das nicht tun, können sich durch unausgesprochene Widerstände schnell Fronten aufbauen. Lassen Sie also den Auszubildenden vorbringen, was er Ihnen gerne sagen möchte.

Die größte Kunst bei Kritik durch den Auszubildenden ist es oftmals, die Anmerkungen nicht persönlich zu nehmen. Es ist durchaus verständlich, dass wenn Sie sich als Ausbilder um Ihre Auszubildenden bemühen, Ihr Bestes geben und Ihnen dann Kritik entgegengebracht wird, Sie versucht sind emotional darauf zu reagieren.

Vergessen Sie jedoch nicht, dass Sie sich als Ausbilder auch das Recht herausnehmen den Auszubildenden zu kritisieren und ihm sagen was er verbessern kann. Daher sollten Sie Ihrem Auszubildenden diese Möglichkeit ebenfalls zugestehen. Zumal es ein Zeichen von Wertschätzung und Vertrauen durch den Auszubildenden ist, wenn er seine Kritik mit Ihnen teilt.

Damit Sie jedoch im Eifer des Gefechts nicht etwas Unbedachtes sagen, was Ihnen womöglich später leidtut, holen Sie, wenn der Auszubildende fertig gesprochen hat, erst einmal tief Luft bevor Sie darauf reagieren. Das gibt Ihnen einen kleinen Moment Verschnaufpause und die Möglichkeit über das eben Gesagte nachzudenken.

Es kann in diesem Moment auch eine gute Möglichkeit sein nicht direkt zu reagieren, sondern mit dem Auszubildenden einen späteren Termin unter vier Augen zu vereinbaren. Besonders wenn Sie in dem Moment nicht wissen wie Sie angemessen reagieren sollen oder bemerken, dass Sie zu aufgewühlt sind, um die richtigen Worte zu finden, ist das eine gute Lösung. Wichtiges ist an dieser Stelle jedoch, auf jeden Fall zu signalisieren die Sache ernst zu nehmen und das Anliegen wahrgenommen zu haben.

Falls sich der Auszubildende im Ton oder in der Wortwahl vergriffen haben sollte, ist es durchaus möglich darauf hinzuweisen, wie Kritik geäußert werden sollte. Machen Sie deutlich, dass ein respektvoller Umgang miteinander auch in diesen Situationen gewahrt bleiben muss. So lernt der Auszubildende von Ihrem Beispiel auch gleichzeitig, wie er in angemessenem Rahmen ein Anliegen äußern kann.

Auf keinen Fall sollten Sie sich hingegen in eine Rechtfertigungsposition begeben. Sinnvoller ist es herauszufinden, wie er zu seiner Kritik kommt. Sollten das lediglich pauschale Äußerungen sein, hinterfragen Sie genau in welcher Situation ihm das denn aufgefallen ist. Lassen Sie den Auszubildenden hierbei so konkret wie möglich werden.

Das hat den Vorteil, dass Sie zum einen abschätzen können ob die Kritik tatsächlich eine nachvollziehbare Grundlage hat und zum anderen muss sich der Auszubildende so selbst darüber klar werden, ob das was er Ihnen ankreidet auch wirklich eine Basis hat.

Feedback ist immer ein Angebot durch den Feedbackgeber. So ähnlich sollten Sie es auch mit der Kritik des Auszubildenden sehen. Prüfen Sie also für sich selbst, ob die Kritik des Auszubildenden gerechtfertigt ist. Gehen Sie jedoch auch nicht einfach über seine Anmerkungen hinweg, sondern nehmen Sie sich die Zeit, für sich selbst zu klären, ob er vielleicht nicht doch recht hat und Sie etwas an Ihrem Verhalten ändern können.

Feedback und Kritik ist immer auch eine Chance zur Verbesserung des Miteinanders.

Bild von Ausbilderin und Azubi bei Gespräch
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