Wie Sie sicherstellen können, dass Ihr Azubi versteht, was Sie von ihm erwarten

Die Kommunikation zwischen Azubi und Ausbilder gestaltet sich der Praxis nicht immer einfach. Die Welten die hier aufeinandertreffen sind manchmal einfach zu unterschiedlich. Ein falsches Wort und es herrscht „dicke Luft“.

Ein Grund dafür ist, dass Sprache nie wirklich neutral ist.
Die Worte, die wir verwenden um uns anderen Menschen gegenüber verständlich zu machen, sind mit unseren ganz individuellen Erfahrungen und unseren Erinnerungen an Erlebnisse in der Vergangenheit verknüpft.

So kommt es, dass verschiedene Begriffe für jeden von uns mit anderen Emotionen, Gedanken und Gefühlen besetzt sind. Die Worte Flughafen, Erdbeermarmelade, oder Familienfest kennen wir zwar alle und wissen um die damit verbundenen Orte, Gegenstände oder Situationen, doch sowohl für den Sender als auch für den Empfänger einer Botschaft, können diese unterschiedliche Bedeutungen haben.

Für den einen bedeutet Flughafen vielleicht Vorfreude auf den kommenden Urlaub und das Erkunden fremder Länder, für andere hingegen kann das Wort „Flughafen“ Reisestress während der Arbeitszeit und Flugangst bedeuten.

pixabay.com © congerdesign

Mit dem Wort „Erdbeermarmelade“ erinnern Sie sich vielleicht zurück an Ihre Kindheit, wie Sie immer an der Erdbeermarmelade von Ihrer Oma genascht haben oder Sie erinnern sich hingegen an Ihre Allergie und wie Erdbeeren bei Ihnen immer rote Flecke im Gesicht auslösen.

Bei dem Begriff „Familienfeiern“ wird die persönliche Verbindung oftmals besonders deutlich: Die einen freuen sich darauf im Kreise Ihrer Liebsten zu sein, miteinander Spaß zu haben und endlich mal wieder Verwandte zu treffen, die sie sonst nicht so oft zu Gesicht bekommen. Für andere hingegen kann ein Familienfest die Grundlage für stressige Tage oder auch ungeliebte Diskussion sein. So erzählt der Onkel vielleicht von seinen aktuellen Krankheiten und Ihre Cousine konnten Sie ohnehin noch nie richtig leiden.

Wenn Sie mit Ihren Auszubildenden sprechen, können Sie nicht automatisch davon ausgehen, dass die gleichen Worte auch die gleiche Bedeutung haben.

Genau so entstehen Missverständnisse.

Ein beliebtes Beispiel aus der Praxis ist die Pünktlichkeit. Im Alltag gleichen Sie normalerweise nicht mit Ihren Auszubildenden ab, was Pünktlichkeit für jeden Einzelnen bedeutet. Doch die Auffassungen hierüber, können sich gravierend unterscheiden.

Fragen Sie Ihre Auszubildenden doch einmal, was Pünktlichkeit für sie bedeutet. Durch diese einfache Frage, können Sie vielleicht herausfinden, dass für einen Ihrer Auszubildenden Pünktlichkeit bedeutet auch noch bis zu fünf Minuten nach der vereinbarten Zeit zu kommen. Für Sie hingegen bedeutet pünktlich zu sein, fünf Minuten vor der verabredeten Zeit da zu sein.

Damit beginnt (ohne ein gesprochenes Wort) bereits der Konflikt.

Die Toleranzschwelle ist hier für uns alle unterschiedlich. Das Problem fängt jedoch in dem Moment an, indem wir Erwartungen an einen Menschen stellen, ohne diese Erwartungen auszusprechen. Damit machen wir es unseren Auszubildenden ganz unmöglich unsere Anforderungen zu erfüllen – denn sie wissen schlicht und ergreifend nicht, was wir von ihnen wollen.

Dabei dürfen wir eines nicht vergessen: Menschen können nichts tun, von dem sie nicht wissen, dass wir es von ihnen erwarten.

Daher ist es als erster Schritt unabdingbar, sich der eigenen Erwartungen klar werden. Machen Sie sich auch ganz deutlich bewusst, was Sie persönlich unter Begriffen wie „Pünktlichkeit oder Zuverlässigkeit“ verstehen und welche Erwartungen Sie damit verbinden.

Danach formulieren Sie Ihre Erwartungen. Wenn Pünktlichkeit für Sie also bedeutet, dass der Auszubildende zu Beginn der täglichen Arbeitszeit bereits an seinem Arbeitsplatz sitzt und alle wichtigen Arbeitsutensilien bereits bereitgelegt hat, ist das eine völlig andere Erwartungshaltung, als wenn er dann erst zur Tür hereinkommt.

Kommunizieren Sie transparent und eindeutig was Sie von Ihren Auszubildenden erwarten. Gerade die Generation Z legt hier Wert auf eindeutige Richtlinien. Es kann also auch hilfreich sein, Ihre Erwartung zusätzlich schriftlich zu formulieren und dem Auszubildenden zu übergeben.

Abschließend lassen Sie den Auszubildenden in eigenen Worten formulieren, was es verstanden hat. Somit können Sie sicherstellen, Ihnen nicht nur mit einem „ja“ zugestimmt zu haben, sondern Ihre Erwartungen auch wahrgenommen zu haben. Somit schaffen Sie Verbindlichkeit.

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