Wenn Welten aufeinandertreffen: Kommunikation im Ausbildungsalltag
Die Kommunikation zwischen Ausbilderinnen, Ausbildern und Auszubildenden gestaltet sich der Praxis nicht immer einfach. Die Welten die hier aufeinandertreffen sind manchmal einfach zu unterschiedlich. Ein falsches Wort und es herrscht „dicke Luft”.
Die Worte, die wir verwenden, um uns anderen Menschen gegenüber verständlich zu machen, sind mit unseren ganz individuellen Erfahrungen und Erinnerungen an Erlebnisse aus der Vergangenheit verknüpft.
Der Ursprung vieler Konflikte
So kommt es, dass verschiedene Begriffe für jeden von uns mit anderen Emotionen, Gedanken und Gefühlen besetzt sind. Wir alle kennen die Worte „Flughafen”, „Erdbeermarmelade” oder „Familienfest” und wissen um die damit verbundenen Orte, Gegenstände oder Situationen.
Doch sowohl für den Sender als auch für den Empfänger einer Botschaft können diese unterschiedliche Bedeutungen haben. Während das Wort „Flughafen” für den einen Vorfreude auf den kommenden Urlaub und das Erkunden fremder Länder bedeutet, kann es für andere Reisestress während der Arbeitszeit und Flugangst bedeuten.
Mit dem Wort „Erdbeermarmelade” verbinden Sie vielleicht Erinnerungen an Ihre Kindheit, als Sie immer die Erdbeermarmelade Ihrer Oma genascht haben. Andere denken bei diesem Wort möglicherweise an ihre Allergie und die roten Flecken im Gesicht, die Erdbeeren bei ihnen auslösen.
Beim Begriff „Familienfeiern” wird die persönliche Verbindung oftmals besonders deutlich: Die einen freuen sich darauf, im Kreise ihrer Liebsten zu sein, miteinander Spaß zu haben und endlich mal wieder Verwandte zu treffen, die sie sonst nicht so oft zu Gesicht bekommen. Für andere kann ein Familienfest hingegen die Grundlage für stressige Tage oder auch ungeliebte Diskussionen sein. So erzählt der Onkel vielleicht von seinen aktuellen Krankheiten und Ihre Cousine konnten Sie ohnehin noch nie leiden.
Wenn Sie mit Auszubildenden sprechen, können Sie nicht davon ausgehen, dass sie die gleichen Worte auch mit der gleichen Bedeutung verwenden.
Erwartungen erkennen und formulieren
Ein beliebtes Beispiel aus der Praxis ist die Pünktlichkeit. Normalerweise stimmen Sie im Alltag nicht mit Ihren Auszubildenden ab, was Pünktlichkeit für jeden Einzelnen bedeutet. Doch die Auffassungen hierzu können sich gravierend unterscheiden.
Fragen Sie Ihre Auszubildenden doch einmal, was Pünktlichkeit für sie bedeutet. Vielleicht stellen Sie dabei fest, dass für einen Ihrer Auszubildenden Pünktlichkeit bedeutet, auch noch bis zu fünf Minuten nach der vereinbarten Zeit zu kommen. Für Sie hingegen bedeutet pünktlich zu sein, fünf Minuten vor der verabredeten Zeit da zu sein.
Damit beginnt der Konflikt bereits, ohne dass ein Wort gesprochen wurde. Die Toleranzschwelle ist bei jedem von uns unterschiedlich hoch. Das Problem beginnt jedoch, wenn wir Erwartungen an einen Menschen stellen, ohne diese auszusprechen. Damit machen wir es unseren Auszubildenden unmöglich, unsere Anforderungen zu erfüllen, denn sie wissen nicht, was wir von ihnen wollen.
Dabei dürfen wir eines nicht vergessen: Menschen können nichts tun, von dem sie nicht wissen, dass wir es von ihnen erwarten.
Daher ist es der erste unabdingbare Schritt, sich der eigenen Erwartungen klar zu werden. Machen Sie sich auch ganz bewusst, was Sie persönlich unter Begriffen wie „Pünktlichkeit” oder „Zuverlässigkeit” verstehen und welche Erwartungen Sie damit verbinden.
Formulieren Sie anschließend Ihre Erwartungen. Wenn Pünktlichkeit für Sie beispielsweise bedeutet, dass Auszubildende zu Beginn der täglichen Arbeitszeit bereits am Arbeitsplatz sitzen und alle wichtigen Arbeitsutensilien bereitgelegt haben, dann ist das eine völlig andere Erwartungshaltung als wenn sie erst zur Tür hereinkommen.
Schriftliche Vereinbarungen schaffen Klarheit
Kommunizieren Sie transparent und eindeutig, was Sie von Ihren Auszubildenden erwarten. Gerade die junge Generation legt Wert auf klare Richtlinien. Es kann also hilfreich sein, Ihre Erwartungen zusätzlich schriftlich zu formulieren und den Auszubildenden auszuhändigen.
Lassen Sie die Auszubildenden abschließend in eigenen Worten formulieren, was sie verstanden haben. So stellen Sie sicher, dass sie nicht nur mit einem „Ja” zugestimmt haben, sondern Ihre Erwartungen auch verstanden haben. Auf diese Weise schaffen Sie Verbindlichkeit.
Sie begleiten Auszubildende?
Wir machen Sie fit dafür. Ob Sie neu in der Ausbildungsbegleitung sind oder Ihr Wissen auffrischen möchten: Unsere Live-Online Trainings und Online-Kurse bieten genau das, was Sie brauchen. Erfahrene Ausbilderinnen und Ausbilder profitieren von gezielten Vertiefungen, alle Teilnehmenden von praxisnahen Inhalten und interaktiven Formaten.











