Bevor das Ende der Probezeit naht

Inzwischen hat Ihr Auszubildender oder Ihre Auszubildende bereits mehrere Wochen im Ausbildungsbetrieb mitgearbeitet. So konnten Sie die ersten Eindrücke gewinnen, um die persönliche und fachliche Ebene des Auszubildenden genauer zu betrachten.

Entsprechend des § 20 BBiG, haben Sie im Berufsausbildungsvertrag gemeinsam mit dem Auszubildenden eine Probezeit vereinbart. Diese Zeit muss mindestens einen Monat und darf maximal vier Monate betragen.

Die Probezeit dient vor allem dazu, einen genaueren Eindruck zu bekommen, ob die Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen werden kann. Darüber hinaus soll eingeschätzt werden, ob der Auszubildende:

• im ausreichenden Maße, die fachliche und persönliche Eignung für die gesamte Ausbildung aufweist,
• für die Ausbildungsstätte geeignet ist und sich im Betrieb zurechtfindet und
• für sich die richtige Berufswahl getroffen hat.

Vor der Ausbildung schon wichtige Kriterien festlegen

Bereits vor der Ausbildung konnten Sie Ihren Auszubildenden anhand der Bewerbungsunterlagen und des Vorstellungsgespräches kennenlernen. Auch wenn der erste Eindruck zählt, gibt es doch immer wieder neue Faktoren, die im Betriebsalltag wichtig sind. So hat Ihr Auszubildender oder Ihre Auszubildende schon erste Leistungen erbracht oder konnte sich bereits dem Umgang mit dem Kunden stellen.

Um die ersten Monate der Probezeit besser beurteilen zu können, ist es sinnvoll, dass Sie vor dem Ausbildungsbeginn wichtige Kriterien der Beurteilung festlegen.

Was sollte der Auszubildende nach der Einarbeitungszeit können und was kann ich als Ausbilder von ihm nach dieser Zeit überhaupt erwarten? Diese Fragen sind nicht immer ganz einfach zu beantworten. Denn nicht jeder Auszubildende und nicht jede betriebliche Struktur ist gleich. So gibt es aber bestimmte Aspekte, die Ihnen als Grundbasis für die erste Beurteilung helfen können.

So können Sie zum Beispiel bereits während der Probezeit erkennen, ob der Auszubildende zuhört, wenn Sie ihm etwas erklären und wie er Ihre Anweisungen annimmt. Des Weiteren ist das persönliche Interesse Ihres Auszubildenden maßgebend. Ohne Interesse an der täglichen Arbeit wird es für ihn nicht leicht, die Ausbildung mit Erfolg abzuschließen.

Je nach Komplexität der Arbeitsanweisung braucht es gerade zu Beginn manchmal mehrere Versuche, um die Aufgabe zu meistern. Dennoch ist es wichtig zu wissen, nach wie vielen Anleitungen der Auszubildende die Tätigkeit selbstständig ausführen kann und ob er bei Unverständnis nachfragt. Auch dieses Kriterium steht im engen Zusammenhang mit dem Zuhören und dem allgemeinen Ausbildungsinteresse.

Ein Augenmerk sollten Sie als Ausbilder auch auf die Sorgfältigkeit und Gewissenhaftigkeit der auszuführenden Arbeiten legen. Denn auch hier spiegelt sich das Interesse an den Arbeitsabläufen wieder.

Bereits im ersten Ausbildungsjahr und in der Probezeit können Sie dem Auszubildenden, nach eindeutigen Regen, die Verantwortung für einfache Tätigkeiten übertragen. Allerdings gibt das nur, für einfache Handlungen in die der Azubi vollständig eingewiesen wurde, die er versteht und umsetzten kann, sowie eine Kontrolle durch Sie als Ausbilder ermöglichen.

Grundsätzlich muss dabei immer der Entwicklungsstand des Auszubildenden berücksichtigt werden, doch je länger die Ausbildung dauert, umso mehr Verantwortung kann er auch übernehmen.

Kann sich der Azubi in den Betrieb integrieren?

Die Ausbildung dient unter anderem zur Vorbereitung auf das spätere Arbeitsleben und das Sozialverhalten des Jugendlichen wird damit gefestigt. Achten daher Sie von Anfang an darauf, ob Ihr Auszubildender oder Ihre Auszubildende jeden Tag pünktlich ist – und das nicht nur im Betrieb, sondern auch in der Berufsschule. Kommt es doch zu Verspätungen, so ist es wichtig, zu wissen, ob eine Entschuldigung vorlag, und um welchen Zeitrahmen der Verspätung, es sich handelt.

Fehltage sollte ebenfalls in dieses Beurteilungskriterium mit einfließen. Bei Fehltagen sollten zwischen entschuldigten und unentschuldigten Fehltagen unterschieden werden.

Um einen Überblick über das Sozialverhalten des Auszubildenden zu bekommen ist es hilfreich zu wissen, wie er in der Berufsschule zurechtkommt. Wie ist das Verhalten gegenüber Mitschülern und Lehrern. Wie steht es weiterhin um seine Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und wie sind die allgemeinen Umgangsformen des Auszubildenden? Wie ist sein Verhalten gegenüber Arbeitskollegen und Vorgesetzten?

Mit der Erstellung eines Beurteilungsbogens können Sie mehrere an der Ausbildung beteiligte Personen, auf Grundlage identischer Kriterien, um eine Beurteilung bitten. Gehen Sie gegenüber allen Beteiligten bereits zu Beginn der Ausbildung offen mit den Beurteilungen um und besprechen Sie mit dem Auszubildenden deren Zweck sowie die der Beurteilung zugrunde gelegten Kriterien. Weisen Sie ebenfalls auf ein stattfindendes Beurteilungsgespräch hin. Besprechen Sie abschließend mit dem Auszubildenden das Ergebnis, wie dieses zustande gekommen ist und was es bedeutet.

Jetzt gilt es zu entscheiden, wie es nach der Probezeit weiter geht. Kann der Auszubildende bleiben?

Bild zwei Ausbilder vor Computer bei AEVO-Prüfung

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