Was versteht man unter Handlungskompetenz?

Was ist das Ziel der Berufsausbildung?

Wie würden Sie diese Frage beantworten?
Eines sei vorab bereits verraten – die meisten Teilnehmer in den Vorbereitungskursen auf die Ausbildereignungsprüfung geben eine falsche Antwort. Doch auch Ausbilder und Ausbildungsbeauftragte liegen oft nicht richtig, denn es ist nicht das Bestehen der Abschlussprüfung!

Doch was ist dann das Ziel der beruflichen Ausbildung?
Das verrät das Berufsbildungsgesetz.

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§1 BBiG – Ziele und Begriffe der Berufsbildung

(3) Die Berufsausbildung hat die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln. Sie hat ferner den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrungen zu ermöglichen.

Handlungskompetenz kennzeichnet eine Fachkraft

Das Ziel der Berufsausbildung ist es also, dass der Auszubildende die berufliche Handlungsfähigkeit (Handlungskompetenz) erlangt, die zur Ausbildung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit erforderlich ist.

Die berufliche Handlungskompetenz ermöglicht, dass der Auszubildende seine Handlungen, die zur Ausübung einer Tätigkeit erforderlich sind, selbstständig planen, durchführen und kontrollieren kann. Damit soll er in der Lange sein, den Anforderungen des Ausbildungsberufes gerecht zu werden und in seiner Tätigkeit befähigt werden. Weiterhin sollen berufsübergreifende Schlüsselqualifikationen gefördert werden.

Bei der beruflichen Handlungsfähigkeit geht es demnach nicht ausschließlich nur um fachliche Kompetenzen. Es geht vielmehr um eine ganzheitliche Entwicklung des Auszubildenden, was auch die Entfaltung der persönlichen und sozialen Fähigkeiten einschließt.

Fachliche, methodische und soziale Kompetenzen

Gerade in unserer sich immer schneller verändernden Arbeitswelt mit den sich ständig wandelnden Anforderungen, sowie der technischen Entwicklung sind weitere Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse des Auszubildenden gefragt als nur Fachwissen.

  • Fachliche Kompetenzen enthalten die Fertigkeiten und Kenntnisse die in den Lernzielen formuliert und definiert sind.
  • Methodische Kompetenzen sind die Fähigkeit Lern- und Arbeitsmethoden anwenden zu können, die zum Erwerb und der Entwicklung von Fachkompetenzen erforderlich sind. Wenn also verschiedene Lösungswege zur Auswahl stehen, ermöglicht es diese Kompetenz durch ein Abwägen der verschiedenen Alternativen eine gute Entscheidung zu treffen.
  • Soziale Kompetenzen beziehen sich auf die Interaktion mit anderen Menschen sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag. Hierzu gehören zum Beispiel die Teamfähigkeit, Verhandlungsfähigkeit oder die Fähigkeit, in Konfliktsituationen Lösungen zu finden.

Bei der Betrachtung der beruflichen Handlungskompetenz sollten somit die fachlichen Kompetenzen, methodischen Kompetenzen und sozialen Kompetenzen berücksichtigt werden. Um die berufliche Handlungsfähigkeit zu entwickeln, sollten Auszubildende daher in einem möglichst frühen Stadium der Ausbildung zu selbstständigem Handeln angeregt und ermutigt werden.

Weiterhin wird die berufliche Handlungskompetenz in drei Stufen eingeteilt.

So geht es bei der Entwicklung der Fachkompetenz des Auszubildenden zunächst darum, dass er das notwendige Fachwissen zu einem bestimmten Thema besitzt (1. Stufe). In der 2. Stufe der Fachkompetenz soll der Auszubildende dann dieses Wissen anwenden können, um danach fachlich engagiert und selbstständig zu handeln (3. Stufe).

Bei der Methodenkompetenz sollen Auszubildenden zunächst die verschiedenen Methoden kennen (1. Stufe), diese danach in den passenden Situationen anwenden können (2. Stufen) und schließlich in der Lage sein, die für eine Aufgabe passende Methoden auszuwählen und selbstständig einzusetzen.

Häufig wird die Methodenkompetenz des Ausbilders und die Fachkompetenz des Auszubildenden verwechselt!

Auszubildende sollen in der Berufsausbildung also die berufliche Handlungsfähigkeit erlangen, die sie in die Lage versetzt ihren Ausbildungsberuf Ausübungen zu können und den Anforderungen der Arbeitswelt gewachsenen zu sein.

In der Abschlussprüfung soll der Azubi sein Können nachweisen

Ganz so unwichtig ist die Abschlussprüfung der Berufsausbildung dann doch nicht. Durch die Aufgabenstellung in der Prüfung, soll durch den Auszubildenden der Erwerb eben dieser Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse nachgewiesen werden. Ist jedoch nicht die Aufgabe des Ausbilders sicherzustellen, dass der Azubi die Abschlussprüfung besteht, sondern ihm vielmehr dabei zu helfen, den nach der Ausbildung an ihn gestellten Anforderungen gewachsen zu sein.

Bild von zwei Teilnehmern bei einer AEVO-Prüfung

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