Die Generation Z erfolgreich ausbilden

Generation Z ist inzwischen zu einem Schlagwort geworden, ohne das man nicht mehr auskommt, wenn man von jungen Leuten sprechen möchte, die seit einiger Zeit auf den Arbeitsmarkt kommen. Damit wird eine Personengruppe bezeichnet, die etwa von 1999 bis 2010 zur Welt gekommen ist. Dabei sind sich jedoch noch nicht einmal dabei alle ganz einig: Manche Quellen geben die Generation Z auch bereits für die ab 1995 geborenen an.

Einig sind sich jedoch alle darin, dass die Generation Z bereits von Anfang an mit moderner Technik wie Smartphone, Tablet, Notebook und dem Internet aufgewachsen ist und dadurch daran gewöhnt ist, jederzeit eine Flut von Informationen zur Verfügung zu haben und diese für sich nutzen zu können.

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Bereits die Angehörigen der Vorgänger-Generation, die Generation Y, wurden schon als “Digital Natives” bezeichnet, doch für die Generation Z, jedoch gilt dieses nun in einem ganz besonderen Maß.

Das erkennen Sie zum Beispiel auch daran, dass bei den Jugendlichen ohne Smartphone gar nichts mehr geht. Da wird es auch gerne mal mit ins Bett genommen und später mit der SmartWatch oder per App noch der Ruhepuls gemessen und ermittelt, wie erholsamen die Nacht war.

Direkt nach dem Aufwachen, doch noch vor dem Aufstehen, gehen dann die ersten “Guten-Morgen-Grüße” via WhatsApp oder Messenger direkt an den Partner oder an die Freunde. Schließlich müssen Verabredungen für den Tag getroffen werden. Was die Jugendlichen also morgens zuerst wahrnehmen, sind die Neuigkeiten auf ihrem Mobiltelefon.

Eine klare Abgrenzung zwischen realer und virtueller Welt, ist daher nicht mehr möglich. Beide Welten gehen nahtlos ineinander über. Soziale Netzwerke, Blogs und Foren sind in das tägliche Leben integriert. Die wichtigste Unterscheidung, im Vergleich zur Generation Y, ist dass dieses Verhalten nicht mehr hinterfragt, sondern als selbstverständlich wahrgenommen wird. Schließlich machen das alle so.

In den nächsten Jahren stellt die Generation Z den überwiegenden Anteil der Arbeitnehmer

Doch gerade weil Unternehmen bereits jetzt einen Engpass an Nachwuchs-Fach- und -führungskräften haben und die Generation Z in den nächsten Jahren den überwiegenden Anteil der Arbeitnehmer stellen wird, macht es für Unternehmen Sinn, sich mit den sich mit den Besonderheiten dieser Generation zu befassen.

Der Arbeitsplatz auf Lebenszeit, so wie es ihn früher gab, hat heute größtenteils ausgedient. Schon seit einigen Jahren sind befristete Arbeitsverträge, Teilzeitarbeitsplätze oder auch Jobsharing immer mehr auf dem Vormarsch. Damit verändert sich auch die Bindung zu einem Unternehmen, denn wie Prof. Dr. Christian Scholz für die Generation Z feststellt: “Die Generation Z weiß, dass Mitarbeiter bei Unternehmen nie im Mittelpunkt stehen, sondern allenfalls temporäres Mittel zum Zweck darstellen.”

Das ist etwas, was die vorherige Generation hin und wieder vergessen haben: Für Unternehmen ist es kein Selbstzweck Arbeitsplätze zu schaffen. Sondern Unternehmen verbinden mit der Beschäftigung von Mitarbeiterin immer ein Ziel. Die Erwartung ist letztlich immer ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen, gemessen an den Größen Umsatz und Gewinn.

Daher können Unternehmen nicht mehr davon ausgehen, wenn sie die jungen Auszubildenden erst einmal für sich gewonnen haben, diese später auch dann als Mitarbeiter behalten zu können, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Die Generation Z kennt diese Loyalität zu einem Unternehmen nicht mehr.

Überzeugen Sie die Generation Z durch Werte, statt durch Benefits

Die Auszubildenden und jungen Fachkräfte können jedoch durchaus Ideen oder auch Personen gegenüber loyal sein, die Ihre Werte vertreten und Ansichten teilen. Daher ist es auch für Sie als Ausbilder wichtig zu wissen was Sie Ihren Auszubildenden mit auf Ihren Lebensweg geben möchten.

Hier geht es nicht darum, mit welcher Technik oder Ausbildungsmethode Sie Ihren Auszubildenden etwas beibringen möchten, sondern für welche Werte Sie stehen. So kann es zum Beispiel sein, dass Sie Ihren Auszubildenden Werte wie Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit, Wertschätzung oder Toleranz entwickeln lassen möchten. Oder vielleicht wollen Sie die Auszubildenden auch verstehen lassen, dass es in Ordnung ist alles zu hinterfragen, was sie nicht verstehen und Autoritäten nicht vorbehaltlos anerkennen müssen.

Viel zu oft konzentrieren wir uns auf die fachliche Seite und vergessen dabei, wie sehr gerade die jungen Auszubildenden noch Orientierung brauchen und sich ihre Persönlichkeit gerade noch entwickelt. Als Ausbilder sind Sie hierbei eine wichtige Leitfigur, um den Einstieg in das Berufsleben zu belgeiten.

Gerade wenn Sie Auszubildenden neue Arbeitsaufgaben erklären oder neue Lerninhalte vermitteln möchten, hilft es dabei noch einem drei Schritte Muster vorzugehen.

  1. Erklären Sie warum der Auszubildende etwas tun soll.
  2. Erklären Sie was der Auszubildende tun soll.
  3. Erklären Sie wie der Auszubildende das tun soll.

Damit steht bei einer Aufgabe das Verständnis für die Einordnung in die Arbeitsprozesse des Unternehmens an erster Stelle. Sie erfüllen damit das Bedürfnis des Auszubildenden erkennen zu wollen, welcher Sinn seine Arbeit hat und inwiefern er einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet. Somit motivieren sie den Auszubildenden für seine Aufgabe.

Die Generation Z fordert klare Strukturen – das erleichtert auch das Miteinander

Ebenfalls für die Generation Z wichtig, sind klare Strukturen. Diese braucht sie und fordert sie zugleich auch ein.

Dazu gehört übrigens auch, als Ausbilder die Rechte und Pflichten der Auszubildenden nicht nur zu kennen, sondern diese auch aktiv von den Auszubildenden einzufordern.

Außerdem können Sie es sich selbst und Ihren Auszubildenden einfacher machen, wenn Sie alle Regeln klar und schriftlich kommunizieren. Gleiches gilt auch für die Aufgaben die Sie vergeben. Sie können den Auszubildenden während des Gesprächs die Regeln oder Aufgaben selbst mitschreiben lassen, oder Sie bereiten die Aufgaben und Regeln vor und händigen diese dann aus.

Gerade schriftliche Aufgabenstellungen, wie es zum Beispiel bei der Leittextmethode der Fall ist, entsprechen hier den Anforderungen der Auszubildenden.

Da die Generation Z gelernt hat, dass Informationen immer und überall ohne große Anstrengungen verfügbar sind, lieben Sie Bequemlichkeit und es fehlt Ihnen vielleicht auch manchmal etwas das Durchhaltevermögen eine Sache bis zum Ende zu bringen.

Doch das ist auch der Grund dafür, warum Ihre Auszubildenden sich von Ihnen “an die Hand” nehmen lassen – was jedoch nicht bedeutet, ihnen alle Verantwortung abzunehmen. Der Schlüssel liegt hier darin, solide Grundlagen zu legen und die Auszubildenden dann die Aufgabe weitgehend alleine planen, durchführen und kontrollieren zu lassen.

Ebenfalls schätzt es die Generation Z, wenn Sie regelmäßiges Feedback geben. Da Ihre Auszubildenden mit sozialen Netzwerken aufgewachsen sind, sind sie auch mit direktem Feedback groß geworden. Viele schreiben, zum Beispiel bei Facebook, lediglich einen „Post“, um ein „Like“ zurück zu bekommen. Dieser Daumen nach oben, ist jedes Mal eine kleine Belohnung. Wenn dieses Lob dann im Arbeitsalltag ausbleibt, fehlt natürlich etwas.

In ihrem privaten Umfeld bekommen die Auszubildenden dann ständig Lob, im Sinne von Feedback als Reaktion auf ihre Beiträge in den sozialen Medien und am Arbeitsplatz passiert nichts. Sicherlich können Sie sich vorstellen, wie schnell das zu Demotivation führt.

Lob ist dabei etwas völlig anderes als Rückmeldungen. Eine Rückmeldung, muss nicht positiv sein. Auch mit etwas nicht zufrieden zu sein ist ein Feedback, das Sie geben können. Bei Rückmeldungen geht es ebenfalls um die Verbesserungen der Leistungen des Auszubildenden. Mit regelmäßigen Rückmeldungen, haben unsere Azubis die Chance zu wachsen und besser zu werden.

Es darum, die Lebenswelt des anderen zu verstehen und sich hineinzuwagen

Wenn Sie es jetzt schaffen, die jungen Menschen für Ihr Unternehmen und Ihre Sache zu begeistern, können Sie sich bereits die nächste Generation Führungskräfte aufbauen. Sie haben dann Personen im Betrieb, welche die Werte des Unternehmens nicht nur auf dem Papier dulden, sondern diese aktiv leben und damit das ganze Unternehmen positiv verändern können.

Für die ab dem Jahr 2010 geborenen Kinder, wird übrigens bereits seit einer Zeit darüber diskutiert und spekuliert, wie diese Generation wohl benannt werden wird. Besonders hoch im Kurs steht dabei die „Generation Alpha“. Ein Begriff, der besonders durch Mark McCrindle in Umlauf gekommen ist. Ob sich dieser Ausdruck letztlich durchsetzen wird bleibt abzuwarten.

Wenn wir uns jedoch mit der Generation Z oder auch den nachfolgenden Generationen beschäftigen, geht es weniger darum, dass sich vorhergehende Generation nun komplett auf die jungen Menschen einstellen sollen, um auch ja deren Anforderungen gerecht zu werden.

Nein, vielmehr geht es darum, die Lebenswelt des jeweils anderen zu verstehen und sich ein Stück weit dorthin hinein zu wagen. Gleichzeitig kann es mit einer Einladung verbunden sein, die jungen Menschen an unseren Erfahrungen teilhaben zu lassen.

Es geht hierbei also nicht um richtig oder falsch. Es geht um das Verständnis füreinander und um die Verbindung des besten aus allen Welten.

Bild von Ausbildungsbeauftragtem mit Azubi
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