Warum Social Media im Ausbildungsalltag relevant ist
Egal, ob bei TikTok, Instagram oder LinkedIn. Die Nutzung von Social Media ist inzwischen selbstverständlich. Doch wenn Auszubildende, Ausbilder oder Unternehmen in den sozialen Netzwerken aktiv sind und Inhalte im Internet veröffentlichen, ist das auch immer mit Risiken verbunden.
Für Unternehmen stellt sich vor allem das Problem, dass die Auszubildenden die Außendarstellung nicht im Sinne des Unternehmens gestalten. So kann es beispielsweise vorkommen, dass sich Auszubildende zu etwas privat äußern, das ihnen nicht gefällt. Es kann aber auch sein, dass Auszubildende besonders loyal sein möchten, Partei für den Ausbildungsbetrieb ergreifen und sich dabei in der Wortwahl vergreifen.
Daher ist es für Unternehmen wichtig, eindeutig zu kommunizieren:
- in welchen Social Media-Kanälen das Unternehmen auftritt
- wie es sich darstellen möchte
- welches Verhalten von Mitarbeitenden erwartet wird
- wie dieses Verhalten nach außen hin getragen werden soll
Die Nutzung von Social Media birgt Risiken
Themen, zu denen Ausbilderinnen, Ausbilder und Auszubildende im Ausbildungsalltag unterschiedliche Ansichten haben, sind keine Seltenheit. Um zu vermeiden, dass Auszubildende sich im Netz über ihre ausbildenden Personen auslassen, wenn sie sich ärgern, ist es sinnvoll, bereits im Vorfeld geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Die Sensibilisierung von Vorgesetzten, ausbildenden Personen und Auszubildenden ist eine wichtige präventive Maßnahme.
Dies kann umgesetzt werden, indem die Werte des Unternehmens in einem leicht verständlichen Verhaltenskodex schriftlich festgehalten werden und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch firmeninterne Schulungen mit den Inhalten vertraut gemacht werden. In diesen „Social Media-Guide“ sollten praktische Fallbeispiele aufgenommen werden.
Der Social Media-Guide als Orientierungshilfe
Es ist empfehlenswert, Kurzfassungen der Social-Media-Richtlinien zu erstellen. Für die Auszubildenden ist es wichtig, zu verstehen, worum es geht und wie sie in bestimmten Situationen handeln sollen. Einige wenige Seiten können hier bessere Ergebnisse erzielen als ein 20- bis 30-seitiges Kompendium. Eine zielführende Leitfrage kann sein: „Was sind die fünf bis zehn wichtigsten Punkte, die wir als Unternehmen regeln wollen?”
Diese Zusammenfassung kann als Infografik aufbereitet und in Form von Plakaten oder Flyern im Betrieb ausgelegt werden.
Sofern im Unternehmen ein Betriebsrat vorhanden ist, besteht die Möglichkeit, Betriebsvereinbarungen abzuschließen. Dabei sollte zwischen Themen, die den Datenschutz betreffen, Richtlinien für Social Media und anderen Verhaltensrichtlinien unterschieden werden.
Die festgelegten und kommunizierten Werte sollten von allen Mitarbeitern im Umgang mit den sozialen Medien gelebt werden. Dieser Verhaltenskodex kann für Auszubildende auch als Anregung für ihr außerdienstliches Verhalten dienen.
Kommunikation als Schlüssel zur Prävention
Gerade bei Regelungen zum „außerdienstlichen Verhalten” ist jedoch Vorsicht geboten. Das Privatleben ist grundsätzlich privat und es gibt hier nur wenige Regelungsmöglichkeiten für den Arbeitgeber.
Es ist jedoch möglich, einen Verhaltenskodex aufzustellen und Auszubildenden Folgendes zu erklären: „Wenn du in deiner Freizeit Äußerungen machst, die im Zusammenhang mit dem Unternehmen stehen und so negativ sind, dass sie sich auch auf unser Arbeitsverhältnis auswirken, kann das arbeitsrechtliche Konsequenzen haben. Daher ist es uns im Sinne der Außendarstellung wichtig, dass du dich entsprechend unserer Richtlinien verhältst.”
Selbst wenn Auszubildende von ihren privaten Profilen aus Kommentare abgeben und diese Profile nicht für die Arbeit nutzen, kann dies arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Dabei ist es weniger relevant, ob eine Äußerung während der Arbeitszeit oder in der Freizeit geschrieben wurde. Vielmehr ist entscheidend, wen die Inhalte erreichen und welche Auswirkungen diese Äußerungen auf die Außendarstellung haben.
Fehlende Kommunikation ist sicherlich der häufigste Grund für Schwierigkeiten zwischen ausbildenden Personen und Auszubildenden. Eine positive Kommunikation, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, Transparenz und das Vorleben der Richtlinien sind die hilfreichsten Maßnahmen, um eine Eskalation im Internet und vor Gericht zu vermeiden.
Ein gemeinsamer Beitrag mit Rechtsanwältin Maria Dimartino von Jurvita
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