9 Tipps, wie Sie die Beziehung mit Azubis stärken können

9 Tipps, wie Sie die Beziehung mit Azubis stärken können

Eine gut geplante Wissensvermittlung mit allen unterschiedlichen methodischen und didaktischen Feinheiten, ist nicht immer ein Garant für eine erfolgreiche Ausbildung. Wenn das Verhältnis zwischen Ausbilderinnen, Ausbildern und Auszubildenden auf zwischenmenschlicher Ebene nicht stimmt, leidet oft der Lernerfolg darunter. Doch mit ganz einfachen Mitteln, können Sie die Beziehung zu Ihren Auszubildenden stärken.

Vorbild sein

Abbildung: Frau mit Brille und LächelnJunge Menschen wollen sich an ihren ausbildenden Personen orientieren können.
Damit die Ausbildung erfolgreich wird, müssen Ausbilderinnen und Ausbilder diese Vorbildrolle für sich annehmen.
Dabei geht es zum Beispiel um Pünktlichkeit, eine strukturierte Arbeitsweise, wie Sie Vereinbarungen und betriebliche Regeln einhalten (können Sie sich vorstellen, wie gerne Auszubildende Sicherheitsschuhe tragen, wenn die ausbildende Person mit Sneakers zur Arbeit kommt?), oder auch den Umgang mit Kolleginnen und Kollegen.

Beständigkeit zeigen

Auszubildende beobachten und imitieren das Verhalten von Ausbilderinnen und Ausbildern gerade in unvorhergesehenen und schwierigen Situationen. Genau dann, wenn es einmal eng wird, können Sie Charakterstärke zeigen, indem Sie in Ihren Grundansichten und in Ihrem Verhalten verlässlich und berechenbar sind.

Ansprechbar sein

Auch wenn es nicht immer einfach ist, denn schließlich haben auch Sie Ihre Arbeitsaufgaben, seien Sie dennoch ansprechbar und nehmen Sie sich Zeit für Ihre Auszubildenden. Das muss nicht bedeuten, dass Sie jederzeit und ohne Anmeldung verfügbar sind. Durchaus nicht. Je nach Anzahl der Auszubildenden, vor allem wenn Kolleginnen und Kollegen aus den einzelnen Abteilungen die Fachausbildung sicherstellen, können Sie auch feste „Sprechzeiten“ vereinbaren. Wichtig ist jedoch, dass Sie interessiert an der Entwicklung der Auszubildenden sind und Ihre Unterstützung signalisieren, sollten sie Unterstützung benötigen. Alleine die Gewissheit wird Sicherheit schaffen und den Auszubildenden das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind.

Transparenz herstellen

Abbildung: Junger Mann mit StiftDas wichtigste Werkzeug, wenn Sie Transparenz schaffen wollen ist Kommunikation. Ohne den Austausch von Informationen ist kein koordiniertes Arbeiten möglich. Mangelhaft informierte Auszubildende (und auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!) verlieren das Vertrauen in die Führung. Sie kennen es sicherlich aus eigener Erfahrung, wie schnell sich Spekulationen zu einem Thema verbreiten und sich im Nachhinein nur ein Bruchteil als Wahrheit herausstellt.

Außerdem sollten Sie den Auszubildenden keine Nachteile verschweigen, keine unrealistischen Erwartungen wecken oder gar falsche Versprechungen machen. Einmal verloren gegangenes Vertrauen, lässt sich nur mit viel Mühe wieder herstellen.

Bestätigung geben

Durch eine Verhaltensbestätigung der ausbildenden Person, erhöhen sich bei den Auszubildenden die Sicherheit im Handeln und das Selbstwertgefühl. Wobei es hier nicht immer nur auf das gesprochene Wort ankommt: Mimik, Gestik und Tonfall machen einen Großteil der Kommunikation aus. So können selbst ein Kopfnicken oder ein bestätigendes Lächeln über die Distanz hinweg, als Anreiz genügen.

Allerdings sollten Sie die positive Bestätigung von Verhalten, wie auch alle anderen Techniken, nicht zur Manipulation verwenden, sondern es aufrichtig meinen. Sie können sich sicher sein, dass Auszubildende diesen Unterschied schnell feststellen.

Belohnung vergeben

Wir alle wünschen uns Lob und Anerkennung (auch, ohne dafür etwas geleistet zu haben). Normalerweise ist die Belohnung eine positive Rückmeldung auf eine Leistung oder ein gezeigtes Verhalten, wodurch Auszubildende dazu ermutigt werden, die Leistung oder das Verhalten zu wiederholen. Die Lern- und Leistungsbereitschaft steigen, genau so wie kreative Wege der Problemlösung zunehmen. Ein Beispiel dafür wäre: „Da du am Montag bereit warst, länger zu bleiben, darfst du heute 30 Minuten früher gehen.“

Was jedoch, wenn Sie Ihren Auszubildenden Anerkennung nicht nur für erbrachte Leistungen zu zeigen, sondern eine Wertschätzung der Person die Grundlage der Zusammenarbeit bildet? Das setzt einen vollständig anderen Grundton im Umgang und in der Kommunikation, anstatt Auszubildende sich Ihre Anerkennung „verdienen“ zu lassen.

Freundlich erinnern

Die freundliche Erinnerung fällt bereits in die Kategorie „Erziehungsmittel“. Jedoch eines, das die andere Person in ihrer persönlichen Begrenztheit akzeptiert und anerkennt, dass Fehler und Vergesslichkeiten in der Zusammenarbeit vorkommen können. Dennoch kann es jedoch nötig sein, Auszubildende an Versäumnisse zu erinnern.

Ein beliebtes Beispiel dafür ist der geführte Ausbildungsnachweis, dessen Abgabetermin in der Praxis von Auszubildenden „vergessen“ wird: „Bitte lege mir bis morgen 12:00 Uhr das Berichtsheft auf den Schreibtisch, um das ich dich bereits mehrfach gebeten habe.“ Auch hier macht der Ton die Musik und wie immer gilt: Erinnerungen und Vereinbarungen sind nutzlos, wenn danach keine Kontrolle stattfindet!

Konstruktive Kritik üben

Damit Kritik einzelne Auszubildende nicht vor anderen bloßstellt, ist es hilfreich wenn Sie sich in die Situation der Person hineinversetzen und dann nur so kritisieren, wie Sie es für sich selbst als angemessen betrachten würden. Kritik aus einer spontanen Wut heraus ist nie eine gute Idee. Harsche oder ungerechtfertigte Kritik, ist wenig hilfreich, denn durch einen persönlichen Angriff, wird eine inhaltliche Auseinandersetzung für die Auszubildenden unmöglich.

Positiv mit eigenen Fehlern umgehen

Abbildung: Mann im Anzug und BürostuhlAusbilderinnen und Ausbilder die in einer ermutigenden Form mit den eigenen Fehlern umgehen, schaffen im Unternehmen eine positive Fehlerkultur. Wenn Sie eigene Fehler eingestehen, verlieren Sie hierdurch nicht an Autorität. Ganz im Gegenteil: bereits durch ein kurzes „Da hast du recht, das habe ich nicht so gesehen.“ oder „Das habe ich nicht gewusst!“ machen Sie sich glaubwürdig.

So können Ausbilderinnen und Ausbilder über verschiedene Wege und mit ihrem eigenen Verhalten bei Auszubildenden gewünschte Verhaltensweisen hervorbringen und festigen, ohne dass sie durch eine Anweisung direkt einwirken. Einfach indem die Auszubildenden sich ein Beispiel nehmen.

Abbildung: Online-Training für Ausbilderinnen, Ausbilder und ausbildende Fachkräfte
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