Was sind Lernerfolgskontrollen?
Lernerfolgskontrollen dienen dazu, die dem Ausbildungsstand entsprechende berufliche Handlungsfähigkeit nachzuweisen und zu erproben. Aufgrund der Ergebnisse ist es möglich, frühzeitig Korrekturen vorzunehmen, wenn diese erforderlich erscheinen. Deshalb sollten sie nach jeder Ausbildungseinheit durchgeführt werden.
In der Praxis werden Lernerfolgskontrollen jedoch häufig nicht korrekt eingesetzt. Oft betrachten Ausbilderinnen und Ausbilder am Ende einer Ausbildungseinheit lediglich das Arbeitsergebnis der Auszubildenden und stellen fest, dass es identisch aussieht.
Das ist allerdings keine Lernerfolgskontrolle, sondern eine Sichtkontrolle. Mit dieser Methode lässt sich nicht feststellen, ob Auszubildende die Inhalte wirklich verstanden haben und ob sie das Ergebnis noch einmal herstellen können.
Methoden der Lernerfolgskontrolle: Mündlich, schriftlich und praktisch
Damit Lernerfolgskontrollen und eine entsprechende Beurteilung möglich sind, muss bereits in den Lernzielen ein Verhalten festgelegt werden, das die Auszubildenden zeigen sollen und das sich beobachten oder messen lässt.
Die Kontrolle des Gelernten kann mündlich, schriftlich oder praktisch erfolgen. Häufig setzen ausbildende Personen mündliche Lernerfolgskontrollen ein. Dazu gehören beispielsweise Wissensfragen, Fallbeispiele, Rollenspiele oder Referate. Sie sollten jedoch nicht ausschließlich auf mündliche Lernerfolgskontrollen zurückgreifen, sondern abhängig von der jeweiligen Situation auch andere Methoden einsetzen.
Als schriftliche Überprüfungen eignen sich Lückentexte, Single- oder Multiple-Choice-Aufgaben, Zahl-Antwort-Aufgaben oder offene Fragen. Sie können auch Kurzaufsätze verwenden.
Zu den praktischen Lernerfolgskontrollen gehören Arbeitsaufträge, Arbeitsproben oder Übungsstücke. Auch eine Fehleranalyse ist als Lernerfolgskontrolle möglich. Die Auszubildenden erhalten dazu ein fehlerhaftes Beispiel oder Modell und müssen die Fehler finden und korrigieren.

Mit Lernerfolgskontrollen die Selbstkontrolle fördern
Es ist sinnvoll, bei Auszubildenden die Fähigkeit zu entwickeln, ihre Ergebnisse selbst zu kontrollieren. Das erleichtert ihnen nicht nur das Lernen, sondern hilft ihnen auch, ihre eigene Leistung besser einzuschätzen und zu beurteilen.
Lassen Sie die Auszubildenden daher zunächst ihr Handeln einschätzen. Kontrollieren Sie erst danach das Endergebnis. Wenn Sie die Auszubildenden für ihre Leistungen loben möchten, achten Sie darauf, das positive Verhalten ganz konkret zu benennen. Sagen Sie, was gut gemacht wurde.
Wenn es Verbesserungspotenzial gibt, erklären Sie, was beim nächsten Mal anders gemacht werden kann. Lassen Sie die Auszubildenden ganz genau wissen, was Ihnen gut und was Ihnen weniger gut gefallen hat.
Wenn Auszubildende mit dem Thema oder den Abläufen einer Ausbildungseinheit nicht zurechtkommen und immer wieder Fehler machen, sollten Sie in diesem Moment kein Lob aussprechen. Die Einschätzung der Leistungen der Auszubildenden sollte der Realität und den erbrachten Leistungen entsprechen.
Auszubildende sollten erst nach einer erfolgreichen Lernerfolgskontrolle mit dem selbstständigen Üben beauftragt werden. Selbstständiges Üben dient der Erfolgssicherung, nicht der Lernerfolgskontrolle. Eine Kontrolle ist immer der Übungsphase vorgelagert.
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