Ausbildungsbetrieb werden: Voraussetzungen, Vorteile und erste Schritte

Warum es immer schwieriger wird, Fachkräfte zu finden

Weil es branchenübergreifend immer schwieriger wird, geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, denken viele Unternehmen darüber nach, wie sie dem Fachkräftemangel langfristig begegnen können. Eine effektive Lösung: Ausbildungsbetrieb werden. Denn wer selbst ausbildet, sichert sich nicht nur qualifizierte Fachkräfte, sondern stärkt auch die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Betriebs.

Wenn Sie also die Entscheidung getroffen haben, Ihre Fachkräfte künftig selbst auszubilden, ist das eine wichtige und zukunftsweisende Entscheidung für Ihr Unternehmen. Doch wie wird ein Betrieb zum Ausbildungsbetrieb?

Die Ausbildung von Auszubildenden ist eine wichtige Maßnahme, um die künftigen Fachkräfte des Unternehmens zu sichern.

Voraussetzungen, um Ausbildungsbetrieb zu werden

Um ausbilden zu dürfen, müssen einige Voraussetzungen beachtet werden. Zunächst muss der Betrieb in Art und Einrichtung dafür geeignet sein, ausbilden zu können. Er muss über die entsprechenden Maschinen und Arbeitsmittel verfügen und die organisatorischen Voraussetzungen für eine Ausbildung erfüllen.

Es muss außerdem jemanden geben, der als Ausbilderin oder Ausbilder geeignet ist und über die notwendigen Qualifikationen verfügt. Diese Person muss nicht zwingend der Betriebsinhaber oder die Geschäftsführerin sein.

Nehmen Sie als Erstes Kontakt mit Ihrer zuständigen IHK auf. Gemeinsam mit Ihnen prüft man dort, welche Ausbildungsberufe für Ihr Unternehmen in Frage kommen und wer die Funktion übernehmen kann.

Ausbildungsinhalte, Ausstattung und Kosten: Was Betriebe beachten müssen

Als Ausbildungsbetrieb sollten Sie grundsätzlich in der Lage sein, alle Teile der Ausbildung selbst zu vermitteln. Ist das nicht möglich, bedeutet das nicht automatisch, dass Ihr Unternehmen als Ausbildungsbetrieb ausscheidet. In diesem Fall kann eine überbetriebliche oder eine Verbundausbildung vereinbart werden. Die relevanten Bestandteile der Ausbildung werden dann in einem anderen Unternehmen oder einer Einrichtung vermittelt.

Natürlich benötigen Auszubildende auch einen Arbeitsplatz. Als Ausbildungsbetrieb müssen Sie den Auszubildenden außerdem Werkzeuge und andere Ausbildungsmittel zur Verfügung stellen. Diese Kosten kommen neben der monatlichen Ausbildungsvergütung auf Sie zu und müssen bei der Planung berücksichtigt werden. Allerdings dürfen Sie auch nicht vergessen, dass Auszubildende mit ihrer Arbeitsleistung zum Unternehmenserfolg beitragen.

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Was macht einen guten Ausbildungsbetrieb aus?

Der bekannte Spruch „Lehrjahre sind keine Herrenjahre” hat inzwischen ausgedient. Die Anforderungen an Ausbildungsbetriebe haben sich verändert. Vor allem, weil gute Auszubildende sehr gefragt sind.

Sicherlich erinnern Sie sich noch an Ihre eigene Ausbildungszeit: Es gab Dinge, die Ihnen besonders gut gefallen haben, und andere, die Sie überhaupt nicht mochten. Unsere eigenen Erfahrungen sind immer der erste und womöglich auch der wichtigste Anhaltspunkt, um zu erkennen, was eine gute Ausbildung ausmacht.

Selbstverständlich müssen dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen erfüllt sein und alle Ausbildungsinhalte müssen vermittelt werden. Eine gute Ausbildung zeichnet sich jedoch durch weitaus mehr als „Dienst nach Vorschrift” aus. Eine individuelle Betreuung der Auszubildenden wird immer wichtiger und ausbildende Personen entwickeln sich mehr und mehr zum Coach.

Eine offene Lernkultur schaffen: Vertrauen, Kritikfähigkeit und Kommunikation

Ausbildende Personen sollten Auszubildende zum eigenständigen Denken und zum Austausch untereinander anregen. Fordern Sie die Auszubildenden auf, selbst aktiv zu werden, auch mal Neues auszuprobieren, und erlauben Sie ihnen, Bestehendes kritisch zu hinterfragen. Das ist meist nur in einer von Offenheit geprägten Arbeitsatmosphäre möglich, in der die Auszubildenden Ihnen vertrauen. Dafür müssen Sie kritikfähig sein und bereit, die Anregungen Ihrer Auszubildenden anzunehmen und zu überprüfen.

Geben Sie Ihren Auszubildenden Arbeitsaufträge, die ihrem Ausbildungsstand angepasst sind, sie aber auch dazu herausfordern, selbst eine Lösung für etwas zu finden. Ein abwechslungsreiches Verhältnis zwischen Theorievermittlung und interessanten Praxiseinheiten sorgt dafür, dass Ihre Auszubildenden interessiert bei der Sache bleiben.

Mit einer guten Vorbereitung ist es gar nicht so schwer, Ausbildungsbetrieb zu werden, oder? Und es lohnt sich allemal: Sie sichern sich die Fachkräfte von morgen und bieten jungen Menschen eine Perspektive.

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