Unverzeihliche Fehler die dazu führen, dass Auszubildende die Ausbildung vorzeitig abbrechen!

Ausbildung abbrechen: Ein unterschätztes Risiko für Betriebe, denn passende Auszubildende zu finden, ist für viele Unternehmen eine Herausforderung. Der Aufwand für Auswahlverfahren ist hoch und gleichzeitig steigt die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen stetig. Umso größer ist die Erleichterung, wenn der Ausbildungsvertrag endlich unterschrieben ist und die neuen Auszubildenden am ersten Tag im Betrieb erscheinen.

Doch ist dann wirklich alles gut? Nicht unbedingt. Laut Berufsbildungsbericht wird etwa jede vierte Ausbildung vorzeitig beendet. Das bedeutet, dass sich rund 25 % der Auszubildenden dafür entscheiden, ihre Ausbildung abzubrechen. Das hat Folgen für die Betriebe.

Was sind die Ursachen für die Probleme in der Ausbildung?

Zwar zeigen verschiedene Studien, dass rund 50 % der Vertragslösungen keine Ausbildungsabbrüche sind, sondern darauf zurückzuführen sind, dass Auszubildende den Ausbildungsberuf oder den Ausbildungsbetrieb wechseln. Dennoch stehen Sie im Betrieb vor einem Problem: Nicht nur hat ein Azubi das Unternehmen verlassen, sondern Ihnen steht zum Ende der Ausbildungszeit auch eine künftige Fachkraft weniger zur Verfügung.

Es gibt sicherlich unterschiedliche Gründe, warum Ausbildungen nicht zu Ende geführt werden. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, Warnsignale rechtzeitig zu erkennen und damit früh genug geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um einen Abbruch zu verhindern.

Mehr als jeder dritte Jugendliche entscheidet sich für eine Ausbildung aufgrund von Empfehlungen aus dem Familien- oder Freundeskreis. Da ist es nicht verwunderlich, dass viele Berufsanfänger zu Beginn der Ausbildung nicht wissen, was auf sie zukommt, und womöglich mit falschen Vorstellungen in die Ausbildung starten. Mitunter stellt sich dabei schnell Ernüchterung ein.

Die einfachste Methode, um das herauszufinden, ist, die Auszubildenden direkt zu fragen. Es ist durchaus möglich, dass sie Ihnen offen erzählen, wo das Problem liegt, und dass sie froh sind, sich Ihnen anvertrauen zu können.

Falls nicht, liegt es an Ihnen, die Gründe herauszufinden und nach den Ursachen zu suchen. Beziehen Sie Kolleginnen und Kollegen mit ein und tauschen Sie sich mit der Berufsschule aus. Besonders, wenn die Auszubildenden noch nicht volljährig sind, sollten Sie das Gespräch mit den Erziehungsberechtigten suchen.

Was können wir tun, damit erst gar keine Probleme entstehen?

Als Ausbilderin oder Ausbilder sind Sie für die Auszubildenden meist der erste Kontakt mit der Arbeitswelt. Damit übernehmen Sie eine wichtige Vorbildfunktion, die sich maßgeblich auf das Verhalten der Auszubildenden auswirkt. Eine offene Kommunikation ist also das A und O, wenn es darum geht, eine vertrauensvolle Basis aufzubauen. Damit treten viele Probleme gar nicht erst auf. Gerade in der Anfangszeit ist es wichtig, dass Sie regelmäßig das Gespräch mit den Auszubildenden suchen. Die plötzliche Umstellung von der Schule in den Ausbildungsbetrieb sowie die damit verbundenen Anforderungen sind oft nicht einfach und können zu Überforderung führen.

Integrieren Sie die Auszubildenden in das Team und fördern Sie ihre Selbstverantwortung.

mangelhaft informierte azubis verlieren das vertrauen in ihre führungGenauso wie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen sich auch Ihre Auszubildenden als Teil des Betriebs fühlen. Sie können diese Rahmenbedingungen schaffen, indem Sie Auszubildende des zweiten oder dritten Ausbildungsjahres die „Patenschaft“ für die neuen Azubis übernehmen lassen. Die Paten können sich noch gut daran erinnern, wie es bei ihnen selbst war, und sie kennen vieles bereits aus eigener Erfahrung. Das sorgt für Verständnis. Zudem sprechen die Azubis die gleiche Sprache, was Verbundenheit herstellt.

Schaffen Sie allerdings auch bei den Ausbildungsbeauftragten in den Fachabteilungen das Bewusstsein, darauf zu achten, dass Auszubildende in den Betrieb integriert werden.

Wenn Sie die Selbstverantwortung der Auszubildenden fördern, werden diese eigene Ideen einbringen, was wiederum dem ganzen Team zugutekommt. Handlungsorientierte Ausbildungsmethoden bieten die Möglichkeit, die Ausbildung bewusst zu gestalten. Wenn Sie die Auszubildenden in die Prozesse einbeziehen, wird ihre Eigeninitiative gefördert und sie werden angeregt, eigene Wege der Problemlösung zu finden. So entwickeln die Auszubildenden zusätzlich wichtige Schlüsselqualifikationen.

Nehmen Sie sich Zeit zum Erklären

Auch wenn der betriebliche Alltag nicht immer so viel Zeit zum Erklären zulässt, wie Sie sich das wünschen würden, sollten Sie die Fragen der Auszubildenden dennoch ausführlich beantworten. Wenn Sie den Auszubildenden Ihre Entscheidungen erklären und begründen, können sie die Hintergründe besser verstehen. Sie können erkennen, warum Sie etwas genau so festlegen. Das stößt meist auf Verständnis. Allerdings müssen die Auszubildenden den Eindruck haben, dass Sie dabei die Sachinteressen über Ihren Eigennutz stellen.
Sollte es einmal nicht möglich sein, sich ausreichend Zeit zu nehmen, lassen Sie die Auszubildenden das wissen, da sie sich sonst möglicherweise nicht wertgeschätzt fühlen.

Geben Sie klare Regeln vor

Klare Regeln im Unternehmen vereinfachen das Miteinander. So wissen alle, was von ihnen gefordert wird und woran sie sich zu halten haben. Für Auszubildende ist das eine Entlastung, denn es gibt ihnen Orientierung. Am Anfang ist so vieles neu für sie, dass sie oftmals nicht wissen, wie sie sich in einer bestimmten Situation verhalten sollen.

Wenn Sie Ihren Auszubildenden beispielsweise sagen, sie sollen sich melden, wenn sie krank sind, lässt das Spielraum für Interpretationen. Besser wäre hier: „Wenn du krank bist, meldest du dich bitte vor Arbeitsbeginn telefonisch direkt bei Herrn Schmidt. Wenn du länger krank bist, sendest du zusätzlich die Krankmeldung innerhalb von drei Tagen an die Personalabteilung.”
Haben Sie einmal Regeln aufgestellt und sichergestellt, dass diese verstanden wurden, sollten diese für alle Auszubildenden im Unternehmen in gleichem Maße gelten. Andernfalls schaffen Sie das Gefühl von Willkür und Ungerechtigkeit.

Eine gute Idee kann es sein, eine Ausbildungsmappe zu erstellen, die den Auszubildenden zu Beginn der Ausbildung ausgehändigt wird. In dieser Mappe sind beispielsweise die Betriebsregeln festgehalten. Gemeinsam mit Ihren Auszubildenden entwickeln Sie die Mappe fortlaufend weiter und ergänzen sie bei Neuerungen.

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Erkennen Sie frühzeitig die Anzeichen für Probleme

Es ist unwahrscheinlich, dass Auszubildende das Ausbildungsverhältnis von heute auf morgen einfach beenden werden. Es wird Hinweise darauf geben, wenn etwas nicht stimmt. Wenn Sie diese Signale frühzeitig erkennen und richtig deuten, können Sie oftmals mit einfachen Mitteln gegensteuern und einen Ausbildungsabbruch vermeiden.

Mögliche Anzeichen können sein:

Führen Sie daher regelmäßige Gespräche. Diese sollten allerdings nicht nur dazu dienen, über unangenehme Dinge zu sprechen. Sie können den Auszubildenden natürlich auch positives Feedback geben. Positive und ehrliche Rückmeldungen sind für Auszubildende sehr motivierend.

Gemeinsam getroffene Vereinbarungen sind nachhaltig

aevo online newsletterHaben Sie die Gründe für die Probleme herausgefunden, suchen Sie gemeinsam mit den Auszubildenden nach einer Lösung. Grundsätzlich gilt: Je früher Sie Konflikte erkennen und Maßnahmen zu deren Lösung ergreifen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie gelöst werden können. In einer frühen Phase sind Vereinbarungen meist einfacher zu treffen.

Beziehen Sie klar Stellung zu Ihrer Position. Teilen Sie den Auszubildenden konkret mit, welche Punkte sich verändern müssen. Bleiben Sie auf jeden Fall sachlich. Das mag in manchen Situationen schwerfallen. Es bringt jedoch nichts, wenn Sie sich provozieren lassen. Verwenden Sie Ich-Botschaften, um die Auszubildenden nicht noch mehr in Bedrängnis zu bringen. Ihre Aussagen sollten jedoch klar sein.

Hören Sie sich nach Darlegung Ihrer Punkte die Sichtweise der Auszubildenden an. Erarbeiten Sie anschließend Schritt für Schritt eine gemeinsame Lösung und treffen Sie eindeutige Vereinbarungen, mit denen beide Seiten einverstanden sind. Halten Sie die getroffenen Absprachen schriftlich fest. Vereinbaren Sie auch gleich einen weiteren Gesprächstermin zur Erfolgskontrolle.

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