Du oder Sie? Wie Sie Ihre Azubis richtig ansprechen!

Was halten Sie davon, wenn in einem Unternehmen die Auszubildenden geduzt werden, diese dann jedoch ihren Ausbilder mit „Sie“ ansprechen müssen? Wie handhaben Sie das im Unternehmen?

Die Frage nach der „richtigen“ Ansprache kommt in unseren Seminaren für Ausbilder und Ausbildungsbeauftragte immer wieder auf und ist dann oft ein brisantes Thema, bei dem viel diskutiert wird.

In der Praxis kommen folgende Varianten vor:

  • Ausbilder und Azubi sind per „Sie“
  • Ausbilder und Azubi sind per „Du“
  • Ausbilder und Azubi sprechen sich mit Vornamen an, verwenden dabei jedoch die Anrede „Sie“
  • Der Ausbilder wird mit „Sie“ angesprochen und der Azubi mit „Du“

Statt ein pauschales Rezept abzugeben, was nun die beste Lösung ist, hängt das vielmehr von den Rahmenbedingungen im Unternehmen, dem Ausbilder und dem Auszubildenden ab.

Das Vertrauen und den Respekt Ihrer Auszubildenden müssen Sie sich durch Ihre Handlungen verdienen.Wenn im Unternehmen alle Mitarbeiter per „Du“ sind, ist es durchaus sinnvoll auch Ihren Auszubildenden von Anfang an das „Du“ anzubieten. Sonst kann es sich für die Azubis schnell so anfühlen, als würden sie nicht zum Team dazugehören und können sich ausgeschlossen fühlen. Für eine gute Integration in das Unternehmen, wäre das sicherlich keine hilfreiche Voraussetzung.

Mit einem „Du“ geben Sie ein Stück Ihrer Distanz auf und fördern Vertrautheit. Allerdings bedeutet das ausdrücklich nicht, dass Sie mit Ihren Auszubildenden unbedingt per „Du“ sein müssen, um ein gutes Vertrauensverhältnis zu haben. Eine Anrede per „Sie“ heißt hingegen nicht, dass Sie sich damit auch gleich den Respekt des Azubis aneignen. Sowohl das Vertrauen als auch den Respekt Ihrer Auszubildenden müssen Sie sich durch Ihre Handlungen verdienen. Dafür gibt es keine Abkürzung.

Egal ob Sie sich letztlich für das „Du“ oder „Sie“ entscheiden, sollten Sie Ihre Auszubildenden direkt am ersten Arbeitstag darüber informieren, wie die Ansprache erfolgen soll. Mit dieser Klarheit schaffen Sie Sicherheit und vermeiden Missverständnisse.

Wenn Sie mit dem „Du“ starten, oder auch wenn Sie im Verlauf der Ausbildungszeit dem Azubi das „Du“ anbieten, behalten Sie das bei und kehren auch bei Konflikten nicht wieder zum „Sie“ zurück. Damit würden Sie die Situation nur verschlimmern und das Vertrauensverhältnis untergraben.

Es gibt Auszubildende ,die gar nicht per „Du“ mit ihrem Ausbilder sein möchten, sondern das „Sie“ bevorzugen. Denken Sie dann jedoch daran, dass Kombinationen bei denen Ausbilder mit „Sie“ angesprochen und der Azubi geduzt wird, ein (offensichtliches) Ungleichgewicht schaffen, welches nichts mit der fachlichen Qualifikation zu tun hat. In diesem Fall wäre es tatsächlich besser, beidseitig beim „Sie“ zu bleiben.

Wie sprechen Sie Ihre Auszubildenden an?

Bild von Ausbilderin und Azubi bei Gespräch
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