Was versteht man unter AEVO?

AEVO ist die Bezeichnung für die Ausbilder-Eignungsverordnung. Darin ist geregelt, welche Qualifikationen Personen die in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz ausbilden möchten, mitbringen müssen. Diese Verordnung ist der Grund, warum überhaupt eine AEVO-Prüfung abgelegt werden muss.

Der §1 AEVO regelt, für wen diese Anforderungen gelten:

§ 1 Geltungsbereich

Ausbilder und Ausbilderinnen haben für die Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz den Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach dieser Verordnung nachzuweisen. Dies gilt nicht für die Ausbildung im Bereich der Angehörigen der freien Berufe.

Quelle: www.gesetze-im-internet.de

Aus der Ausbilder-Eignungsverordnung leiten sich ebenfalls die vier Handlungsfelder ab, die in der AEVO-Vorbereitung und in der AEVO-Prüfung abgedeckt werden.

  1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen,
  2. Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken,
  3. Ausbildung durchführen und
  4. Ausbildung abschließen.

Diese Handlungsfelder orientieren sich am Verlauf des Ausbildungsprozesses. Sie lernen also zunächst die Vorteile und den Nutzen betrieblicher Ausbildung kennen, zu prüfen ob die Voraussetzungen erfüllt sind damit Ihr Betrieb (und Sie) ausbildenden dürfen und die Beteiligten der Berufsausbildung kennen.

Im zweiten Handlungsfeld lernen Sie auf Grundlage einer Ausbildungsordnung einen betrieblichen Ausbildungsplan zu erstellen, Sie erfahren mehr über die Kriterien und Verfahren zur Auswahl von Auszubildenden und lernen wie Sie den Berufsausbildungsvertrag vorbereiten.

Das dritte Handlungsfeld nimmt sowohl in der Vorbereitung als auch in der AEVO-Prüfung einen wesentlichen Anteil ein. Hier lernen Sie die verschiedenen Ausbildungsmethoden kennen und erfahren, worauf es ankommt, um Auszubildenden die Inhalte erfolgreich zu vermitteln. Sie erfahren, wie Sie die Probezeit organisieren, gestalten und bewerten. Weiterhin lernen Sie die soziale und persönliche Entwicklung von Auszubildenden zu fördern, Probleme und Konflikte rechtzeitig zu erkennen und eine Lösung dafür zu entwickeln.

Während der Bearbeitung des vierten Handlungsfelds beschäftigen Sie sich unter anderem mit der Abschlussprüfung des Auszubildenden und lernen an der Erstellung eines schriftlichen Zeugnisses mitzuwirken.

Sie lernen also, wie Sie die Ausbildung zu einem erfolgreichen Abschluss führen.

Die AEVO-Prüfung besteht aus zwei Teilen

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Prüfungsteil. Die AEVO-Prüfung ist bestanden, wenn jeder Prüfungsteil mit mindestens der Note „ausreichend“ absolviert wurde.

In der schriftlichen Prüfung sind verschiedene Aufgaben im Multiple-Choice-Verfahren nach dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“ zu lösen.

Eine Aufgabe wird dabei allerdings nur als richtig gewertet, wenn alle richtigen Antwortmöglichkeiten erkannt und angekreuzt wurden.

Die AEVO-Prüfung wird nach dem 100-Punkte-Schema der IHK´s bewertet. Um die schriftliche AEVO-Prüfung zu bestehen müssen mindestens 50 Punkte erreicht werden. Das entspricht der Hälfte der Aufgaben. Zur Lösung der Aufgaben haben Sie 180 Minuten Zeit.

Sollten Sie die AEVO-Prüfung nicht auf Anhieb bestehen, kann diese innerhalb eines Prüfungsverfahrens zweimal wiederholt werden. Ein bestandener Prüfungsteil muss von Ihnen nicht nochmal abgelegt werden, sondern Sie können sich die Leistungen aus diesem Teil anrechnen lassen.

Der praktische Teil der AEVO-Prüfung besteht aus einer Ausbildungssituation und einem Fachgespräch

Im praktischen Prüfungsteil sind in der AEVO zwei Alternativen vorgesehen. Es kann zwischen der Durchführung einer Ausbildungssituation oder der Präsentation einer Ausbildungssituation gewählt werden. Im Anschluss an die Durchführung bzw. die Präsentation findet ein Fachgespräch statt.

Für die Durchführung oder Präsentation der Ausbildungssituation stehen 15 Minuten zur Verfügung. Das anschließende Fachgespräch ist dann ebenfalls für nochmal 15 Minuten angesetzt.

Eine bestandene AEVO-Prüfung ist der Nachweis Ihrer fachlichen Eignung als Ausbilder

Unternehmen, die Auszubildende beschäftigen möchten, müssen einige Voraussetzungen beachten und brauchen mindestens einen verantwortlichen Ausbilder. Der Ausbilder muss aber nicht unbedingt auch der Betriebsinhaber sein. Sowohl an Ausbildungsbetriebe als auch an Ausbilder werden dabei einige Anforderungen gestellt. Ausbilder müssen fachlich und persönlich zur Ausbildung geeignet sein.

Das Ablegen einer schriftlichen und praktischen Prüfung nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) ist der Nachweis Ihrer fachlichen Eignung als Ausbilder. Dies wird oft auch als Ausbildung der Ausbilder (AdA) bezeichnet. Die Bezeichnungen AEVO und AdA, werden dabei meist austauschbar verwendet und meinen dasselbe: Die Vorbereitung künftiger Ausbilder auf Ihre Aufgabe und die Prüfung vor den Industrie- und Handelskammern bzw. Handwerkskammern.

Zulassungsvoraussetzungen für die AEVO-Prüfung

Seitdem 2009 die AEVO überarbeitet wurde, haben sich auch die Zulassungsvoraussetzungen für die AEVO-Prüfung geändert, sodass im Moment keine gesonderten Voraussetzungen mehr gelten. Sie müssen also auch keine formalen Voraussetzungen erfüllen und es muss auch keine abgeschlossene Prüfung nachgewiesen werden.

So lange dauert die Vorbereitung auf die AEVO-Prüfung

Auszubildende sollen während ihrer Ausbildung die berufliche Handlungsfähigkeit erlangen. Ebenso gibt es ein Hauptziel, das mit den Vorbereitungskursen auf die AEVO-Prüfung erreicht werden soll – nämlich der Erwerb berufs- und arbeitspädagogischer Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Im Rahmenplan für die Ausbildung der Ausbilder und Ausbilderinnen ist festgelegt, dass darauf die AEVO-Vorbereitung auszurichten ist. Die Vorbereitungsdauer auf die AEVO-Prüfung, muss also dieses Ziel ermöglichen – dann, gilt die Prüfung als bestanden.

In den Empfehlungen des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung vom 25.06.2009, die auch in der aktuellen Fassung noch gilt, wird eine Lehrgangsdauer von 115 Unterrichtsstunden empfohlen, um die erforderlichen Kompetenzen zu ermitteln.

Inhaltlich wird folgende Aufteilung vorgenommen:

Bild der vier Handlungsfelder der AEVO-Prüfung

Wenn also nun Anbieter für Vorbereitungskurse versprechen, dass Sie 70% oder noch mehr Zeit bei der Vorbereitungsdauer auf Ihre AEVO-Prüfung einsparen können, wird höchstwahrscheinlich auch ein Teil der relevanten Inhalte entsprechend nicht bearbeitet werden können.

Sicherlich gibt es Themen, bei denen es möglich ist diese zusammengefasst oder kompakt zu vermitteln, was dann wiederum die Dauer der AEVO-Vorbereitung reduziert. Das ist bei uns ebenfalls der Fall und das spart Zeit bei der Vorbereitungsdauer. Allerdings ist es ein schmaler Grad zwischen der komprimierten Vermittlung von Inhalten und wenn Ihnen für die AEVO-Prüfung wichtiges Wissen fehlt.

Sie müssen unabhängig von der Vorbereitungsart sowohl den schriftlichen, als auch den praktischen Prüfungsteil mit mindestens 50 Punkten bestehen, um Ihren Ausbilderschein zu bekommen.

Bild zwei Ausbilder vor Computer bei AEVO-Prüfung
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Digitale Übungsaufgaben zur Vorbereitung auf die AEVO-Prüfung

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