Was ist eine AdA-Prüfung?

Wer junge Menschen ausbilden möchte, muss bestimmte Voraussetzungen mitbringen. Die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) regelt daher die Qualifikationen der Ausbilder und Ausbilderinnen und gewährleistet eine qualitative Ausbildung in Deutschland.

Daher darf nicht einfach jeder ausbilden. Die Rahmenbedingungen für die betriebliche Ausbildung regelt das Berufsbildungsgesetz. Demnach muss ein Ausbilder fachlich und persönlich geeignet sein um ausbilden zu dürfen. Die Ausbildereignungsprüfung oder auch AdA-Prüfung genannt, muss daher abgelegt werden, wenn Sie in einem der rund 350 anerkannten Ausbildungsberufe ausbilden möchten.

Während der Ausbildung der Ausbilder, kurz AdA genannt, sammeln Sie das nötige Wissen, das Sie für das Bestehen der AdA-Prüfung vorbereitet und natürlich auch die pädagogischen Fähigkeiten, die im späteren, tagtäglichen Umgang mit den Auszubildenden hilfreich sind. Mit dem Bestehen der AdA-Prüfung erwerben Sie Ihre bundesweite Ausbildungsbefähigung.

§1 AEVO – Geltungsbereich

Ausbilder und Ausbilderinnen haben für die Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz den Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach dieser Verordnung nachzuweisen. Dies gilt nicht für die Ausbildung im Bereich der Angehörigen der freien Berufe.

Quelle: www.gesetze-im-internet.de

Nach § 29 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) ist nicht dazu geeignet auszubilden, wer:

  • Kinder und Jugendliche nicht beschäftigen darf oder
  • wiederholt oder schwer gegen dieses Gesetz oder die auf Grund dieses Gesetz‘ erlassenen Vorschriften und Bestimmungen verstoßen hat.

Falls Sie sich also in der Vergangenheit nichts haben zu Schulden kommen lassen was in diese Bereiche fällt, dürfte Ihrer Teilnahme an der AdA-Prüfung nichts im Wege stehen.

Allerdings dürfen Sie auch nicht automatisch nach Ihrer bestandenen AdA-Prüfung ausbilden. Wer ausbilden möchte, muss sowohl über das nötige Fachwissen verfügen, als auch auf organisatorische, pädagogische, psychologische und rechtliche Kenntnisse zurückgreifen können. Der Ausbildungsbetrieb muss ebenfalls zur Ausbildung geeignet sein.

Seitdem 2009 die AEVO überarbeitet wurde, haben sich auch die Zulassungsvoraussetzungen für die AdA-Prüfung geändert, sodass im Moment keine gesonderten Voraussetzungen mehr gelten. Sie müssen also auch keine formalen Voraussetzungen erfüllen und es muss auch keine abgeschlossene Prüfung nachgewiesen werden.

Aus der Ausbilder-Eignungsverordnung leiten sich ebenfalls die vier Handlungsfelder ab, die in der AdA-Prüfung abgefragt werden.

  1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen,
  2. Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken,
  3. Ausbildung durchführen und
  4. Ausbildung abschließen.

Diese Handlungsfelder orientieren sich am Verlauf des Ausbildungsprozesses. Sie lernen also zunächst die Vorteile und den Nutzen betrieblicher Ausbildung kennen, zu prüfen ob die Voraussetzungen erfüllt sind damit Ihr Betrieb (und Sie) ausbildenden dürfen und die Beteiligten der Berufsausbildung kennen.

Im zweiten Handlungsfeld lernen Sie auf Grundlage einer Ausbildungsordnung einen betrieblichen Ausbildungsplan zu erstellen, Sie erfahren mehr über die Kriterien und Verfahren zur Auswahl von Auszubildenden und lernen wie Sie den Berufsausbildungsvertrag vorbereiten.

Das dritte Handlungsfeld nimmt sowohl in der Vorbereitung als auch in der AdA-Prüfung einen wesentlichen Anteil ein. Hier lernen Sie die verschiedenen Ausbildungsmethoden kennen und erfahren, worauf es ankommt, um Auszubildenden die Inhalte erfolgreich zu vermitteln. Sie erfahren, wie Sie die Probezeit organisieren, gestalten und bewerten. Weiterhin lernen Sie die soziale und persönliche Entwicklung von Auszubildenden zu fördern, Probleme und Konflikte rechtzeitig zu erkennen und eine Lösung dafür zu entwickeln.

Während der Bearbeitung des vierten Handlungsfelds beschäftigen Sie sich unter anderem mit der Abschlussprüfung des Auszubildenden und lernen an der Erstellung eines schriftlichen Zeugnisses mitzuwirken. Sie lernen also, wie Sie die Ausbildung zu einem erfolgreichen Abschluss führen.

Die AdA-Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Prüfungsteil

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Prüfungsteil. Die AdA-Prüfung ist bestanden, wenn jeder Prüfungsteil mit mindestens der Note „ausreichend“ absolviert wurde.

In der schriftlichen Prüfung sind verschiedene Aufgaben im Multiple-Choice-Verfahren nach dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“ zu lösen.

Eine Aufgabe wird dabei allerdings nur als richtig gewertet, wenn alle richtigen Antwortmöglichkeiten erkannt und angekreuzt wurden.

Die AdA-Prüfung wird nach dem 100-Punkte-Schema der IHK´s bewertet. Um die schriftliche AdA-Prüfung zu bestehen müssen mindestens 50 Punkte erreicht werden. Das entspricht der Hälfte der Aufgaben. Zur Lösung der Aufgaben haben Sie 180 Minuten Zeit.

Sollten Sie die AdA-Prüfung nicht auf Anhieb bestehen, kann diese innerhalb eines Prüfungsverfahrens zweimal wiederholt werden. Ein bestandener Prüfungsteil muss von Ihnen nicht nochmal abgelegt werden, sondern Sie können sich die Leistungen aus diesem Teil anrechnen lassen.

Praktische Ausbildungssituation und Fachgespräch

Im praktischen Prüfungsteil sind in der AEVO zwei Alternativen vorgesehen. Es kann zwischen der Durchführung einer Ausbildungssituation oder der Präsentation einer Ausbildungssituation gewählt werden. Im Anschluss an die Durchführung bzw. die Präsentation findet ein Fachgespräch statt.

Für die Durchführung oder Präsentation der Ausbildungssituation stehen 15 Minuten zur Verfügung. Das anschließende Fachgespräch ist dann ebenfalls für nochmal 15 Minuten angesetzt.

Eine bestandene AdA-Prüfung ist der Nachweis Ihrer fachlichen Eignung als Ausbilder

Unternehmen, die Auszubildende beschäftigen möchten, müssen einige Voraussetzungen beachten und brauchen mindestens einen verantwortlichen Ausbilder. Der Ausbilder muss aber nicht unbedingt auch der Betriebsinhaber sein. Sowohl an Ausbildungsbetriebe als auch an Ausbilder werden dabei einige Anforderungen gestellt. Ausbilder müssen fachlich und persönlich zur Ausbildung geeignet sein.

Das Ablegen einer schriftlichen und praktischen Prüfung nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) ist der Nachweis Ihrer fachlichen Eignung als Ausbilder. Dies wird oft auch als Ausbildung der Ausbilder (AdA) bezeichnet. Die Bezeichnungen AEVO und AdA, werden dabei meist austauschbar verwendet und meinen dasselbe: Die Vorbereitung künftiger Ausbilder auf Ihre Aufgabe und die Prüfung vor den Industrie- und Handelskammern bzw. Handwerkskammern.

Welche Aufgaben hat ein Ausbilder?

Als Ausbilder haben Sie fachliche, organisatorische und erzieherische Aufgaben.

Zu den fachlichen Aufgaben gehören in erster Linie die Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten des Ausbildungsberufs und von Schlüsselqualifikationen. Das kann zum Beispiel durch die Durchführung von Unterweisungen und betrieblichem Unterricht geschehen.

Zu den organisatorischen Aufgaben gehören zum Beispiel die Erstellung der verschiedenen Pläne in der Ausbildung oder aber auch das Ausbildungsmarketing und die Auswahl von Auszubildenden sowie die Bewertung der Leistungen und Lernfortschritte.

Hierbei arbeiten sie manchmal auch mit den verschiedenen an der Ausbildung beteiligten Stellen zusammen. Das können die Berufsschule, die zuständige Stelle, die Erziehungsberechtigten oder auch die Agentur für Arbeit sein.

Oft wird übersehen, dass der Ausbilder auch erzieherische Aufgaben hat. Das beinhaltet vor allem die charakterliche Förderung und die Förderung der Sozialkompetenz des Auszubildenden. Ganz oben auf der Liste stehen dabei meist Punkte wie Zuverlässigkeit, eine gewissenhafte Arbeitsweise oder Hilfsbereitschaft.

Zum Ende der Ausbildung beraten Sie Ihren Auszubildenden zu seinem weiteren beruflichen Weg oder bereiten eine Übernahme im Betrieb vor. Natürlich können Sie als Ausbilder auch im Prüfungsausschuss oder Berufsbildungsausschuss der IHK oder Handwerkskammer mitwirken. Das ist auch eine tolle Gelegenheit mit anderen Ausbildern in Kontakt zu kommen und sich auszutauschen.

Mit qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht und fällt der Unternehmenserfolg. In der Funktion als Ausbilder können Sie deshalb entscheidend dazu beitragen.

Wer übernimmt die Kosten für die Vorbereitung und die AdA-Prüfung?

Selbstverständlich wollen Sie im Vorfeld wissen, ob und in welcher Höhe, Kosten für die AdA-Prüfung auf Sie zukommen. Klären Sie diese Frage unbedingt im Vorfeld im Unternehmen. Viele Unternehmen wissen wie wichtig Ausbilderinnen und Ausbilder für den Unternehmenserfolg sind und übernehmen die vollständigen Kosten der AdA-Prüfung und des Vorbereitungskurses. Sprechen Sie hierzu Ihre/n Vorgesetzte/n oder die Kollegen aus der Personalabteilung an.

Doch auch wenn Ihr Unternehmen sich nicht an den Kosten für den Vorbereitungskurs und die AdA-Prüfung beteiligt, kann es sich für Sie lohnen den Kurs und die Prüfung selbst zu finanzieren – schließlich investieren Sie in Ihre eigene Weiterbildung und Ihre Qualifikation.

Mit unseren AEVO-Kursen bereiten Sie sich mit bis zu 50% Zeitersparnis online auf den Ausbilderschein vor. Der Kursbeginn jederzeit möglich. Es gibt keine festen Lernzeiten – Sie können sich immer und überall mit geringem Aufwand auf die Prüfung vorbereiten. Erfahrene AEVO-Prüfer und Trainer überprüfen Ihr Unterweisungskonzept und geben Ihnen detaillierte und individuelle Tipps & Tricks für Ihre Ausarbeitung und eine erfolgreiche AEVO-Prüfung.

Bild von AEVO Online-Kurs für Ausbilderschein
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