[Podcast] Ausbildungsvertrag kündigen – Was ist dabei zu beachten?

Derzeit wird noch immer fast jeder vierte Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst – auch wenn verschiedene Studien zeigen, dass nicht alle Vertragslösungen Ausbildungsabbrüche sind, sondern rund die Hälfte der Auszubildenden den Ausbildungsplatz oder den Beruf wechselt. In manchen Ausbildungsberufen liegt die Quote sogar bei nahezu 50%.

Grund genug für Ausbildungsbetriebe, sich mit den Besonderheiten bei der Kündigung von Ausbildungsverhältnissen genauer vertraut zu machen.

In dieser Episode des Ausbilder-Podcasts verdeutlicht der Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Christian Velten, was unter anderem, bei der Kündigung innerhalb und nach Ablauf der Probezeit zu beachten ist, was bei der Kündigung durch den Auszubildenden gilt und welche Stolperfallen es in der Praxis gibt.

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Für den Ausbildungsbetrieb ist es wichtig, ab der Begründung des Ausbildungsverhältnisses immer im Blick zu behalten, wie das Ausbildungsverhältnis ggf. auch wieder beendet werden kann.

Wir haben hier differenziert zwischen einer Probezeit die am Anfang des Ausbildungsverhältnisses liegt und zwischen einem und vier Monaten betragen darf. Innerhalb dieser Probezeit ist eine Kündigung jederzeit und ohne Angabe von Gründen möglich.

Nach Ablauf der Probezeit sind die Hürden extrem hoch. Das heißt, hier bitte merken, immer frühzeitig prüfen, ob das Ausbildungsverhältnis wirklich weitergeführt werden soll oder nicht. Denn nach Ablauf der Probezeit brauche ich einen sogenannten „wichtigen Grund“ für die Kündigung.

Hier haben wir gehört, dass der wichtige Grund zum einen eine Pflichtverletzung voraussetzt und zum anderen eine Interessenabwägung durchgeführt werden muss, ob die Fortführung des Ausbildungsverhältnisses unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls noch zumutbar ist oder nicht.

Hierzu muss man sich merken, dass je näher das Ende der Ausbildungszeit rückt, desto höher ist das Interesse des Auszubildenden an der Fortsetzung des Ausbildungsverhältnisses und umso eher ist es dem Ausbildungsbetrieben zumutbar, die letzten Monate sozusagen durchzustehen.

Dann haben wir besprochen, wenn man als Ausbildungsbetrieb Kenntnis von den Kündigungsgründen hat, dass man dann innerhalb einer Frist von zwei Wochen die Kündigung auch aussprechen muss. Sprich die Kündigung muss innerhalb dieser Frist dem Auszubildenden zugehen.

Auch bitte beachten, immer wenn ein Betriebsrat im Betrieb besteht, muss dieser vorher zur Kündigung angehört werden.

Für den Fall, dass eine Kündigung unwirksam ist, ist dem Auszubildenden regelmäßig nicht nur die Ausbildungsvergütung nach zu bezahlen, sondern es kommt auch ein Schadensersatzanspruch hinsichtlich des sogenannten Verfrühungsschadens für die vorzeitige Beendigung des Ausbildungsverhältnisses in Betracht.

Der Auszubildende oder die Auszubildende selbst, kann ebenfalls das Ausbildungsverhältnis noch nach Ablauf der Probezeit beenden, und zwar innerhalb einer Frist von vier Wochen, wenn die Ausbildung aufgegeben werden soll oder eine andere Ausbildung angefangen werden soll.

Als letztes haben wir noch über die Formerfordernisse für eine Kündigung sowohl des Ausbildungsbetriebs als auch des Auszubildenden gesprochen. Hier ist es immer ganz wichtig die Schriftform einzuhalten, also eine eigenhändige Unterschrift unter das Kündigungsschreiben zu setzen und für den Ausbildungsbetrieb ist zu beachten, dass die Kündigungsgründe im Kündigungsschreiben schriftlich mitgeteilt werden müssen.

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