Wie Sie kritische Themen in der Ausbildung ansprechen

Azubi riecht nach Schweiß?

„Wir haben den ganzen Winter das Fenster geöffnet, so stark riecht unser Azubi nach Schweiß. Es ist nicht zum Aushalten! Wie kann ich das ansprechen?“, fragte gestern eine Ausbilderin.

Das ist tatsächlich eine Frage, die in unseren Seminaren immer wieder gestellt wird. Kritische Themen, wie zum Beispiel einen unangenehmen Körpergeruch anzusprechen, ist uns oft besonders unangenehmen. Wir haben dabei das Gefühl, in einen sehr persönlichen Bereich des Mitarbeiters einzudringen. Wir empfinden es schlichtweg als unhöflich und sind vielleicht sogar der Meinung, das soll besser jemand klären, der demjenigen nähersteht.

Meinen Sie nicht, dass die meisten Menschen, die unangenehm nach Schweiß riechen es selbst nicht bemerken und froh darum wären, wenn sie jemand darauf aufmerksam macht? Eventuell bemerkt der Auszubildende, dass die Kollegen seltsam reagieren sobald er den Raum betritt, doch er kann sich nicht erklären, woran das liegen könnte.

Was würden Sie sich wünschen?

Betrachten Sie die Situation einmal aus Ihrer Sicht: Stellen Sie sich vor, Sie wären diese Person. Sie sind gut in dem was Sie tun und arbeiten gerne mit Ihren Kollegen im Ausbildungsbetrieb zusammenarbeiten, doch keiner will sich mit Ihnen ein Büro teilen. Inzwischen hat sich das auch schon herumgesprochen und die Kollegen lassen sich untereinander darüber aus, wie unangenehmen Sie riechen und es niemand mit Ihnen in einem Raum aushält.

Wären Sie in einem solchen Fall nicht froh, wenn Ihnen jemand einen Hinweis geben würde? Vermutlich würden Sie gerne darüber Bescheid wissen, damit Sie es ändern können.

Ihren Auszubildenden wird es wahrscheinlich nicht anders gehen: Sie werden das wissen wollen.

Sprechen Sie kritische Situation offenen an

Führen Sie ein Vier-Augen-Gespräch

Sprechen Sie die Situation also an. Dazu schaffen Sie zunächst eine Gelegenheit, um mit dem Auszubildenden ungestört ein Vier-Augen-Gespräch zu führen. Sie können das Gespräch ruhig damit eröffnen, ganz offen zu sagen wie unangenehm es Ihnen ist, das gleich folgende Thema anzusprechen. Sie können sich sicher sein, dass Sie dann die Aufmerksamkeit des Azubi haben und Sie drücken damit Ihr Wohlwollen aus.

Danach sollten Sie jedoch den kritischen Punkt direkt ansprechen. Machen Sie dabei keine wertende Aussage und verlangen Sie auch keine Änderung des Verhaltens vom Auszubildenden. Es geht lediglich darum, dem Azubi etwas aufzuzeigen, was er vermutlich selbst nicht wahrnehmen konnte.

Wenn möglich nennen Sie ein konkretes Beispiel wie etwa, dass die Kollegen auch bei kühlen Temperaturen immer das Fenster offen halten und ob ihm das möglicherweise schon aufgefallen wäre. Geben Sie Ihrem Auszubildenden danach die Möglichkeit darauf zu reagieren. Erwarten Sie jedoch keine Antwort.

Jetzt hat der Auszubildende eine Möglichkeit etwas zu ändern.

Abbildung von zwei Ausbildern

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