Der Berufsbildungsbericht 2021

Der Berufsbildungsbericht 2021

Kürzlich ist der Berufsbildungsbericht 2021 erschienen. Die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung findet jährlich zum Stichtag des 30. September des Vorjahres statt. Der aktuelle Berufsbildungsbericht berücksichtigt damit die Zahlen aus 2020.

Auffallend ist, dass erstmals seit 1992 die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 500.000 Verträge unterschritten hat. Es wurden insgesamt 467.500 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das entspricht immerhin einem Rückgang von 11% im Vergleich zum Vorjahr.

Doch nicht nur die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sank, sondern es wurden auch bundesweit weniger Ausbildungsstellen angeboten. Das Ausbildungsangebot reduzierte sich um 8,8% im Vergleich zu 2019. In Zahlen bedeutet das ein Rückgang von 50.700 Ausbildungsplätzen. Außerdem ging wiederum die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen zurück. 2020 interessierten sich 545.700 Menschen für eine Ausbildung.

Entsprechend des Berufsbildungsberichts ist der Rückgang nicht ausschließlich auf die aktuelle Corona-Krise zurückzuführen.

So ist die Zahl der Schulabgänger in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Zugleich stieg die Zahl der höheren Schulabschlüsse. Von 2009 bis 2019 ist der Anteil der Studienberechtigten von 31,5% auf 34,7% gestiegen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich auch im vergangenen Jahr die Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt nochmals verstärkt haben. Rein rechnerisch stehen 100 Interessenten damit 106,2 Ausbildungsplätze gegenüber. Ausbildungsbetriebe und Ausbildungsplatzsuchende finden nicht zusammen.
Eine schwierige Situation für Ausbildungsbetriebe. Einerseits wegen des Anstiegs der Studienberechtigten, die häufig auch ein Studium aufnehmen und damit dem Ausbildungsmarkt nicht zur Verfügung stehen und auf der anderen Seite gibt es nicht genügend qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber.

Die Ausbildungsbetriebsquote, das ist der Anteil der ausbildenden Unternehmen, ging wiederum leicht zurück und liegt nun bei 19,6%. Es bilden damit erneut weniger Unternehmen aus.

Der aktuelle Berufsbildungsbericht 2021 zeigt vor allem, wie wichtig es für Unternehmen ist auszubilden, um ihre künftigen Fachkräfte zu sichern. Es wird eine „Zeit nach Corona“ geben und spätestens dann, wird die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften das vergangene Niveau erreichen oder übertreffen. Wenn jetzt weniger ausgebildet wird, macht sich das spätestens dann bemerkbar.

* Quelle: Berufsbildungsbericht 2021

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