Auf Augenhöhe ausbilden – geht das?

Die Aufforderung als Führungskraft oder Ausbilder „auf Augenhöhe” mit seinen Mitarbeitern oder Auszubildenden zu sein, liegt gerade voll im Trend. Doch was bringt das wirklich und ist das überhaupt möglich?

Haben Sie sich einmal Gedanken gemacht, warum möchten Sie sich als erfahrener Ausbilder auf Augenhöhe mit Ihren Auszubildenden stellen möchten?

  • Weil Sie Ihre Auszubildenden so erreichen und motivieren möchten?
  • Weil Sie sicherstellen möchten, dass das was Sie sagen auch verstanden und vor allem umsetzt wird?
  • Weil Sie besser verstehen möchten, was in Ihren Auszubildenden vorgeht?

Das sind alles gute Gründe. Doch denken wir einmal kurz gemeinsam nach: Azubi zu sein bedeutet, neue Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse zu erwerben, die zum einen zur Ausübung des Ausbildungsberufs wichtig sind, zum anderen jedoch geht es auch darum, die Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Wenn Sie jetzt als Ausbilder auf „Augenhöhe ausbilden“ wollen und sich dafür trotz Ihrer ganzen beruflichen und persönlichen Erfahrung auf den Entwicklungsstand eines Auszubildenden zurückversetzen, ist damit niemand geholfen. Im Gegenteil: Sie geben Ihre Vorbildfunktion auf, die den jungen Menschen die Orientierung gibt die Sie wirklich brauchen (und auch von Ihnen erwarten).

Sie können Menschen nicht helfen,
wenn Sie sich in der gleichen Position befinden.

Gegenseitiger Respekt und ehrliches Interesse am Gegenüber sind die Schlüssel zu einem besseren Miteinander.

Es geht also nicht darum, sich als Ausbilder auf Augenhöhe mit dem Auszubildenden zu positionieren, sondern vielmehr geht es darum

  • den Auszubildenden in seiner Welt abzuholen.
  • ihn von Ihrer Erfahrung profitieren zu lassen.
  • ihm eine Unterstützung zu sein, wenn’s mal hart wird.

Förderung, Wertschätzung und Anerkennung für ein besseres Miteinander

Die Rolle des Ausbilders besteht nicht mehr darin Wissen zu vermitteln, sondern es geht um eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung des Auszubildenden.

Das stellt Ausbilder vor ganz neue Herausforderungen: Es gilt das Selbstvertrauen in den Auszubildenden zu wecken, damit Sie später als selbstbewusste Erwachsene durchs Leben zu gehen, Ihnen zu helfen den eigenen Charakter zu entwickeln und erfahrbar zu machen, wie Sie sinnvoll mit Rückschlägen umgehen können. Es geht um weit mehr, als nur um Fertigkeiten und Kenntnisse.

Als Ausbilder schaffen wir Rahmenbedingungen die Spitzenleistungen der Auszubildenden ermöglichen. Lassen Sie sich auf Ihre Auszubildenden ein und fragen Sie sich immer wieder, wie Sie sie am besten fördern können, um die nächste Entwicklungsstufe zu nehmen. Dass muss auch nicht bei der bestandenen Abschlussprüfung aufhören, schließlich möchten Sie die jetzigen Auszubildenden als spätere Fachkräfte im Unternehmen halten. Berücksichtigen Sie also auch jetzt schon die Zeit nach der Berufsausbildung.

Bild von Ausbildungsbeauftragtem mit Azubi
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